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Bundestagswahl 2021

Im Münsterland steht in sechs Wahlkreisen die Entscheidung an

Münsterland

Wer schafft den Sprung in den Bundestag? Wer vertritt den eigenen Kreis im Bundestag? Darüber stimmen die Wahlberechtigten in der Region mit ihrer Erststimme ab. Wer hat Chancen, wer muss zittern – eine Übersicht.

In den Münsterland-Kreisen werden bei der Bundestagswahl 2021 fünf Direktmandate vergeben. Wer das Rennen macht, zeigt sich am Sonntagabend.  Foto: IMAGO/Eibner

Kreis Warendorf

Gute Chancen, mit drei Abgeordneten in Berlin vertreten zu sein, hat der Kreis Warendorf. Zwar wird die CDU in dem eigentlich „schwarzen Kreis“ wohl Federn lassen müssen – insbesondere bei der Zweitstimme; aber CDU-Kandidat Henning Rehbaum rechnet nach aktuellen Umfragen damit, „dass es bei den Erststimmen besser aussieht“ und er das Direktmandat holen wird. Darauf ist er allerdings auch angewiesen, weil er nicht über die Parteienliste abgesichert ist. Viel Zuspruch für die SPD spürt SPD-Kandidat Bernhard Daldrup. „Das habe ich seit dem Ende der Kohl-Zeit 1998 nicht mehr erlebt.“ Der „Genosse Trend“ sei wieder da. Daldrup dürfte sicher erneut in den Bundestag gewählt werden, da er auf Platz 9 der Landesliste steht. Ebenfalls über die Liste wird wahrscheinlich Oliver Niedostadek (FDP) in den Bundestag einziehen. Er hat dort den 22. Platz. Fällt das Wahlergebnis so aus wie die aktuellen Umfragen, würde diese Liste bis Platz 27 ziehen. Beate Kopmann

Kreis Steinfurt

Ob Anja Karliczek (CDU), Jürgen Coße (SPD) und Jan-Niclas Gesenhues (Grüne) in der Nacht auf Sonntag wohl ruhig schlafen können? Dieses Trio kämpft um das Direktmandat im extrem spannenden Wahlkreis 128/Steinfurt III, wobei Coße zuletzt in den Umfragen viel Boden gutgemacht hat. Gesenhues wird auf jeden Fall in den Bundestag einziehen, er ist auf der Landesliste bestens abgesichert. Das ist auch Anja Karliczek mit Listenplatz 2, aber sollte ihre Partei in NRW mehr als 30 Direktmandate holen und sie Coße oder Gesenhues unterliegen, würde die Bildungsministerin aus dem Bundestag fliegen. Kathrin Vogler (Linke) wird wohl Abgeordnete bleiben – wenn ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. Man darf mehr als nur gespannt sein. Michael Hagel

Kreis Steinfurt/Kreis Borken

Seit mittlerweile 2002 hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für die CDU den Wahlkreis 124 (Steinfurt I / Borken I) – stets mit Ergebnissen zwischen 44 und 52 Prozent. Daran wird er am Sonntag wohl nicht mehr herankommen, aber dennoch wäre es eine Riesenüberraschung, sollte Sarah Lahrkamp (SPD) oder Alexandra Schoo (Grüne) dem CDU-Promi den Wahlkreis abjagen können. Vor allem im Borkener Teil kann Spahn seit vielen Jahren auf eine treue Basis bauen. Wie sich die Kräfteverhältnisse in Städten wie Rheine oder Steinfurt darstellen, ist indes eher offen. Michael Hagel

Kreis Borken

Seit Beginn der Bundesrepublik hat die CDU bei allen Bundestagswahlen im heutigen Wahlkreis 126 (Borken II) das Direktmandat geholt: Das dürfte auch in diesem Jahr so sein. Anne König (36) Rektorin aus Borken, die sich im CDU-internen Kandidatenrennen gegen den langjährigen Abgeordneten und ehemaligen Bauernpräsidenten Johannes Röring durchsetzte, wird jedenfalls als Favoritin gehandelt. Hoffnung auf einen Einzug über die Landesliste dürfen sich die Bewerber von SPD, FDP und AfD machen. Josef Barnekamp

Münster

Hier können sich gleich drei Bewerber Hoffnung auf einen Einzug in den Bundestag machen: Stefan Nacke (CDU), Svenja Schulze (SPD) und Maria Klein-Schmeink (Grüne). Nach ei­ner Umfrage dieser Zeitung können alle mit jeweils 30 Prozent der Erststimmen rechnen. Besonders groß ist der Druck für den Landtagsabgeordneten Nacke. Er hat keinen aussichtsreichen Listenplatz, ohne Direktmandat bleibt der geplante Wechsel in den Bundestag für ihn ein Traum. Svenja Schulze hinge­gen, als amtierende Bundesumweltministerin die bekannteste Politikerin in dem Bewerbertrio, sowie Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen in Berlin, sind durch vordere Listenplätze abgesichert. In den kleinen Parteien hat dagegen niemand realistische Chancen auf ein Mandat. Klaus Baumeister

Kreis Coesfeld/Kreis Stein­­furt

Im Wahlkreis 127 Coesfeld-Steinfurt II herrscht ebenso Spannung: Acht Kandidaten buhlen um die Erststimme. Marc Henrichmann (CDU), der aktuell im Bundestag vertreten ist, hofft auf eine Wiederwahl. Über die Liste ist er nicht abgesichert. Chancen rechnen sich auch Johannes Waldmann (SPD) und Anne-Monika Spallek (Grüne) aus, die über die Liste in den Bundestag einziehen könnten, wenn sie bei den Erststimmen unterliegen. Viola ter Horst

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