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Umfrage der IHK 

Investitionswelle in der Region

Münster.

Die Konjunkturlokomotive nimmt Fahrt auf, ist aber noch auf holpriger Strecke unterwegs. Auch im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region haben die Unternehmen die direkten Corona-Pandemie weitgehend hinter sich gelassen, doch Lieferengpässe, Fachkräftemangel sowie die massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise bremsen den Aufschwung.

Von Jürgen Stilling

Die IHK Nord Westfalen erwartet große Investitionsanstrengungen der Unternehmen im Münsterland. Vor allem in die Digitalisierung dürfte viel Geld fließen. Die IHK Nord Westfalen erwartet große Investitionsanstrengungen der Unternehmen im Münsterland. Vor allem in die Digitalisierung Foto: dpa

„Trotz erheblicher Unsicherheiten sind die Unternehmen zuversichtlich, dass sich die Erholung fortsetzt“, resümiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage, das die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am Dienstag in Münster veröffentlichte. Indiz für die insgesamt ermutigende Lage ist der Anstieg des IHK-Konjunkturklimaindikators, der die derzeitige Geschäftslage und die Zukunftserwartungen der Unternehmen bündelt. Er ist im Vergleich zum Frühjahr um 13 auf 128 Punkte gestiegen. Das Erstaunliche: „Das Konjunkturklima ist insgesamt sogar besser als vor Ausbruch der Corona-Krise“, erläuterte Jaeckel. Und im langjährigen Durchschnitt liegt dieser Wert lediglich bei 113.

Nur noch sieben Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als „schlecht“. Vor einem Jahr benotete noch jedes vierte Unternehmen die Situation so negativ, im Frühjahr 2020 sogar fast 40 Prozent der Befragten.

„Auch das Potenzial für weiteres Wachstum ist nach Einschätzung der Unternehmen grundsätzlich vorhanden“, berichtete Jaeckel. Denn 28 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre Geschäfte auf ohnehin verbesserter Ausgangsbasis weiter positiv entwickeln, nur 13 Prozent erwarten, dass sie in den nächsten Monaten schlechter laufen.

Doch es gibt große Risiken: Konjunkturrisiko Nummer eins sei, so Jaeckel, der Fachkräftemangel: Für über 70 Prozent der Unternehmen birgt er die größten Risiken für die weitere Entwicklung. „Das ist ein historischer Höchststand in den IHK-Umfragen“, betonte Jaeckel.

Auch die extrem hohen Energie- und Rohstoffpreise belasten die Unternehmen im Münsterland genauso massiv wie viele andere deutschen und internationalen Firmen.

Das hat Folgen für den Außenhandel, der aus Sicht der Betriebe der drittgrößte Unsicherheitsfaktor ist. Grundsätzlich sehe die IHK die Exportwirtschaft aber auf Erholungskurs, auch wenn der Auslandsumsatz im ersten Halbjahr 2021 mit 8,1 Milliarden € noch deutlich unter dem Vergleichswert des Jahres 2019 (8,9 Milliarden €) liege, so der Hauptgeschäftsführer.

Als „ein herausragendes Ergebnis“ der Konjunkturumfrage und Zeichen für eine Trendwende wertet Jaeckel die deutlich gestiegene Investitionsbereitschaft der Unternehmen, die vor allem auf eine Aufholjagd in Sachen Digitalisierung zielt. 35 Prozent der Befragten planen danach in den kommenden sechs Monaten höheren Ausgaben am heimischen Standort. In der Industrie liege dieser Anteil sogar knapp unter 50 Prozent.

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