Impfzentrum am Flughafen Münster/Osnabrück

Jens Spahn zu Gast im „Tempel der Zuversicht“

Greven

Das haben sie am Flughafen Münster/Osnabrück wohl auch lange nicht gehört: Ihr Terminal – ein „Tempel der Zuversicht“? An Fluggastzahlen kann es in dieser coronageschwächten Zeit kaum nicht liegen. Es waren eher die Impfungen im Terminal, die Jens Spahn beim Besuch am Freitag zu dieser Euphorie verleiteten.

Gunnar A. Pier

Blick hinter die Kulissen: Am Freitag schaute sich Jens Spahn das Impfzentrum des Kreises Steinfurt an. Durchs FMO-Terminal führten ihn Landrat Martin Sommer (rechts) und Karlheinz Fuchs. Foto: Kreis Steinfurt

Im Terminal 1 des Flughafens Münster/Osnabrück herrscht jeden Tag reges Treiben, und das hat kaum etwas mit Lufthansa, Mallorca oder Luftfracht zu tun: Der Kreis Steinfurt hat im Foyer und dort, wo eigentlich an Gate A Reisende auf ihren Flug in die Sonne warten, das Corona-Impfzentrum eingerichtet. Am Freitagmittag schaute Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich die Einrichtung an – nach seinen Worten ein „Tempel der Zuversicht“.

„Was hier besonders ist? Zunächst mal der Ort“, kommentierte Spahn nach einem Rundgang mit Landrat Martin Sommer und dem Leiter der Corona-Stabsstelle beim Kreis Steinfurt, Karlheinz Fuchs. In einem Flughafenterminal impfen – das könne ja kaum ein Landkreis. „Es ist ja auch sinnvoll und klug genutzt.“ Dabei meinte er nicht nur die Fläche, sondern auch „das Personal des FMO, das offenkundig gerne mithilft.“ Dazu die gute Verkehrsanbindung, die Parkplätze: „Es ist schon eine Besonderheit, das hier pragmatisch am FMO gemacht zu haben.“

Spahn: „Noch nicht da, wo wir sein sollten“

Landrat Sommer konnte denn auch mit überdurchschnittlichen Zahlen glänzen. Fast 109 000 Menschen hätten bis Donnerstagabend im Zentrum eine Spritze bekommen. „Damit sind 41 Prozent zum ersten Mal geimpft“ – bundesweit sind es 36 Prozent. „Das liegt ja nicht etwa daran, dass wir hier mehr Impfstoff hingeliefert hätten“, machte Spahn klar. „Hier wurde nur schon sehr früh die siebte und achte Dose aus den Impffläschchen gezogen.“

Noch einmal betonte er, dass die Impfungen vorangingen. „Wir haben einen guten Teil des Weges gemacht, aber wir sind noch nicht da, wo wir sein sollten.“ Also an dem Punkt, an dem jedem Impfwilligen ein Angebot gemacht werden könne. Dann, so Spahn, könne jeder selbst entscheiden, wie er immun werden möchte – per Impfung oder per überstandener Infektion.

Jetzt verstärkt Zweitimpfungen

Der Minister mahnte, dass die Zweitimpfungen nicht aus dem Blick geraten dürften – gerade jetzt, wo Durchgeimpften Erleichterungen bevorstünden. Deshalb würden in der zweiten Mai-Hälfte verstärkt die Zweittermine angeboten.

Nach Rundgang und Pressegespräch rauschte Spahn, der am Morgen schon ein Verteilzentrum in Quakenbrück besucht hatte, wieder ab in Richtung Legden, wo er sich von seinem Hausarzt impfen ließ – mit Astrazeneca. Für den kompletten Schutz brauche Spahn nur eine Impfung, da er bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht habe, sagte ein Sprecher.

Gesundheitsminister Jens Spahn (l.) wird in der Hausarztpraxis von Volker Schrage (r) mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft. Foto: Guido Kirchner/dpa
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