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Corona-Notbremse

Kaum Verstöße gegen Ausgangssperre im Münsterland

Warendorf/Münster...

Wo hätten sie auch hingehen sollen? Die Menschen im Münsterland haben sich offenbar an die Ausgangssperre gehalten. Borkens Landrat Kai Zwicker zollte den Menschen im Westmünsterland sogar ein Lob.

Stefan Werding und Frank Polke

In fast allen Innenstädten in Deutschland gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Foto: imago images/Fotostand

Die Menschen im Münsterland haben sich am ersten Wochenende mit Ausgangssperre in vielen Kreisen und Gemeinden weitgehend an die neuen Regeln gehalten. Nach Angaben der zuständigen Polizeidienststellen und der Ordnungsämter gab es nur wenige Verstöße gegen die seit Samstag geltende Ausgangssperre. Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker, bilanzierte: „Es hat keine Probleme gegeben. Die Lage ist sehr ruhig. Die Menschen im Westmünsterland halten sich an die Vorgaben.“

Auch die anderen Kreise meldeten keine Probleme. Den Menschen in Münster und im Kreis Coesfeld blieb wegen der relativ günstigen Inzidenz-Lage die Notbremse erspart – hier galt keine Ausgangssperre. Dies verursachte für viele Menschen in Gemeinden, in denen die verschärften Auflagen galten, Probleme, wenn sie zum Beispiel am Abend Kinder oder Angehörige aus Münster oder Coesfeld abholen mussten. Dort durften diese ja ohne zeitliche Grenzen unterwegs sein.

Lob vom NRW-Innenminister

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) stellte den Bürgern in NRW ein sehr positives Zeugnis bei der Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen ausgestellt. „Aus meiner Sicht haben sich die Menschen an diesem ersten Wochenende mit Ausgangssperre großartig verhalten“, sagte der Politiker am Sonntag. Man könne sich da nur bedanken.

Kommentar: Solidarität beweisen

Von Frank Polke

Die sprichwörtliche Disziplin und Regeltreue der Deutschen, sie war schon oft Anlass für Bonmots und Häme. Eine kommunistische Revolution würden wir nie anzetteln, spottete schon Lenin, da die Deutschen dann ja das Verbotsschild zum Betreten des Rasens vor dem königlichen Schloss missachten müssten. Gut, Lenin ist Geschichte, die Regeltreue der Menschen ist dagegen aktuell.

Ausgangssperren, Notbremsen, Einkaufsregeln, die kein Mensch mehr durchschaut – all dies sind die rechtlichen Begleitumstände einer Pandemie. Doch sie sind trotz aller Fehlerhaftigkeit (die man gerichtlich überprüfen kann) leider erforderlich. Hunderte Tote täglich, immer mehr schwere Verläufe und Langzeitschäden – es ist gut, dass sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen das Bewusstsein bewahrt haben, was jetzt geboten ist: Kontakte vermeiden, zu Hause bleiben. Auch wenn es schwer fällt, zum Beispiel am Samstag Abend.

Irgendwann können wir alle wieder ausgehen. Nur eben jetzt nicht. Je mehr sich dieser Erkenntnis stellen – und sie damit mehr Empathie und Solidarität mit den Kranken beweisen als einige wortmächtige Künstler in ihrem Zynismus –, desto rascher wird das sein.

Reul hatte sich zuvor selbst einen Eindruck von der Situation gemacht und in der Nacht zu Sonntag Polizei und Ordnungsamt in Duisburg bei Kontrollen begleitet. „Wir haben auf der Straße so gut wie niemanden erlebt, es haben sich fast alle an die Regeln gehalten. Diejenigen, die wir angetroffen haben, waren auf dem Heimweg oder hatten einen wichtigen Grund“, schilderte er.

In NRW greifen – wie in ganz Deutschland – seit dem Wochenende die neuen bundesweiten Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit hohen Corona-Neuinfektionszahlen.

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