Kommunalwahl 2020 in NRW: Münster

"Der OB-Check": Das sagten die Kandidaten

Münster

Die drei aussichtsreichsten Oberbürgermeister-Kandidaten präsentierten am Mittwochabend im WN-Livestream ihre Visionen – bezogen aber auch pointiert zu den Themen Stellung, die aktuell Münster beschäftigen. Hier eine Auswahl der interessantesten Zitate.

Martin Kalitschke

Lieferten sich einen munteren Schlagabtausch: (v.l.) die OB-Kandidaten Dr. Michael Jung, Markus Lewe und Peter Todeskino mit Moderator Dirk Anger. Foto: Oliver Werner

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, hat Helmut Schmidt einmal gesagt. Wahlkämpfe bilden da sicherlich eine Ausnahme, schließlich geht es darum, die Wähler von den eigenen Zukunftsperspektiven zu überzeugen.

Entsprechend visionär gaben sich die drei aussichtsreichsten OB-Kandidaten beim WN-Livestream am Mittwochabend. Münster 2025? Da sieht Dr. Michael Jung (SPD) „neue Eisenbahnhaltepunkte, bezahlbaren Busverkehr und große neue Wohngebiete mit bezahlbarem Wohnraum“. Für Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) ist Münster 2025 ein Ort, in dem „mehr Menschen in den urbanen Wissensquartieren zusammenkommen“, der Fahrradverkehranteil bei 50 Prozent liegt und es ein breites kulturelles Angebot gibt. Peter Todeskino (Grüne) blickt vom Obergeschoss des Stadthauses 2 auf Münster und sieht, „dass die Dächer nicht mehr rot sind, sondern Photovoltaikanlagen in einem Ausmaß haben, das wir uns noch nicht vorstellen können“, er sieht „Windkraftanlagen am Horizont“ und eine autofreie Altstadt – „und die Sonne scheint“.

Todeskino selbstbewusst - Lewe dünnhäutig

So viel zum Thema Visionen. Ansonsten zeigten sich die Kandidaten im Livestream durchaus pointiert. „Mein Ziel ist es, die Verwaltung in bessere Hände zu geben – in meine“, stellte Todeskino selbstbewusst klar. Replik von Jung: „Man wundert sich, weil die Grünen so tun, als hätten sie in den letzten fünf Jahren mit all dem nichts zu tun gehabt, was in der Stadt passiert ist, dabei haben sie mit der CDU gemeinsam regiert.“

Dünnhäutig reagiert Lewe auf die Frage, ob er schon mehr wisse, wie es mit den Weihnachtsmärkten weitergeht: „Es wäre schade, wenn ich das nicht wissen würde.“ Mehr verrät er indes nicht. Derweil zeigt sich Jung überzeugt, „dass die Menschen in Münster alle rote Fahrradstraßen begrüßen“. Auf die Frage, wie er zur B51 steht, sagt Lewe: „Ich will sie nicht zumachen.“ Jung und Todeskino stehen nicht zur B51, darauf Lewe: „Wollt ihr die wegmachen?“

Markus Lewe und die "grünen Männchen"

Als Lewe den Grünen ihre Wackelhaltung beim Hafenmarkt vorhält, sagt Todeskino: „Meine Haltung war immer klar.“ Darauf Lewe: „Dann waren es andere Grüne, mit denen ich gesprochen habe.“ Und lacht: „Grüne Männchen.“

Zur Freizeitbad-Idee sagt Todeskino vieldeutig: „Ich will sowieso nie baden gehen.“ Die Forderung nach Einfamilienhäusern kommentiert er mit der Einlassung, das sei „eine gewisse Flächenarroganz der FDP“.

Das Hoffen auf die Stichwahl

Und was erwarten die Kandidaten am Wahlabend? Er wolle nicht „irgendwelche Wahlbarometer gewinnen“, sondern die Menschen überzeugen, sagt Lewe. Jung verspricht, mit Blick auf ernüchternde Umfragewerte „noch mal Gas zu geben“, während Todeskino klarstellt, dass er es am 13. September auf jeden Fall in die Stichwahl schaffen will.

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