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Kommunalwahl 2020 in NRW: Münster

Diese Ziele haben die Parteien für Verkehr, Infrastruktur und Klimaschutz

Münster

Bei der Kommunalwahl am 13. September wählt Münster nicht nur einen Oberbürgermeister, sondern auch einen neuen Stadtrat. Welche Positionen vertreten die zwölf Parteien und Wählerinitiativen in ihren Programmen? 

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Radfahrer auf der Promenade und verstopfte Straßen in Stoßzeiten: Über die Zukunft des Verkehrs wird in Münster heiß diskutiert. Foto: Oliver Werner

CDU: Für einen modernen Mobilitätsmix

Wir wollen Münster bis 2030 CO₂-neutral machen. Münster braucht einen modernen Mobilitätsmix. Deshalb: Münsterland-S-Bahn, Verkehrsquote 80 Prozent, Verkehrsmittel vernetzen, Fahrradstraßenausbau (mit Anwohnerbeteiligung!), Velorouten, Lastenräder, Fahrradparkraum, Fahrradverleihsystem, Parkleitsystem, Metrobusse zwischen Stadtteilen und Innenstadt, neue Bahnstationen Berg Fidel/Danziger Freiheit/Coerde, Mobilitätsflatrate für kombinierte Verkehrsmittel, Gebäude-Thermoflüge, energetische Gebäudesanierung.

Grüne: Flächen gerecht verteilen

Wir setzen auf sichere, bezahlbare und klimafreundliche Mobilität. Dazu verteilen wir Verkehrsflächen gerechter, stärken Bahn, Bus und Car-Sharing, machen Wege fußgängergerecht und die Altstadt bis 2025 autofrei. Mit breiteren Radwegen, einem Netz aus Fahrradstraßen und 10 000 Fahrradbügeln wird Münster wieder Fahrradstadt. Autoprojekte, wie den Ausbau der B51, lehnen wir ab. Für die Klimaneutralität bis 2030 wollen wir zudem Bürgerwindanlagen und Solar auf jedem Dach fördern.

SPD: 20 Millionen Euro für die Radwege

Münster soll bis 2030 klimaneutral werden, dazu braucht es eine Verkehrswende, die Nahverkehr und Fahrrad stärkt. Wir wollen das Ein-Euro-Ticket für den Bus rund um die Uhr und schnellere Bustakte. Dazu sollen neue Bahnhaltepunkte mit einem schnellen Takt aktiviert werden. Wir wollen jährlich 20 Millionen Euro investieren in breitere und sichere Radwege und auch mehr Fahrradstellplätze schaffen – auch in Wohngebieten. Die Mittel schichten wir im Haushalt um. Schnelle Velorouten sollen entstehen.

FDP: Ein Konzept aus einem Guss

Münster braucht ein Mobilitätskonzept aus einem Guss. Andere Verkehrsträger, insbesondere der ÖPNV, müssen attraktiver gestaltet werden, um den Bürgern das Umsteigen vom Pkw besser zu ermöglichen. Deswegen setzen wir uns für Metrobuslinien und einen ÖPNV über die Stadtgrenzen hinaus ein. Das Auflösen der Staus in unserer Stadt ist auch eine Säule für einen aktiven Klimaschutz. Die zweite Säule für einen besseren Klimaschutz liegt in der verstärkten energetischen Sanierung von älteren Gebäuden.

Linke: ÖPNV soll kostenlos werden

Wir wollen den ÖPNV ausbauen (mehr Buslinien, bessere An- und Verbindung der Außenstadtteile, höhere Taktung), für die Nutzer kostenlos machen und durch reine Busspuren beschleunigen. Wir wollen den Autoverkehr reduzieren und die autofreie Innenstadt umsetzen: erst innerhalb der Promenade, dann innerhalb des Rings. Außerhalb der Innenstadt wollen wir den Autoverkehr reduzieren und gleichzeitig durch einen komfortablen und schnellen Nahverkehr sowie gut ausgebaute Rad- und Fußwege bessere Alternativen schaffen.

AfD: 310.000 Bäume statt Tempo 30

Kein Tempo 30 in der Innenstadt, Richtgeschwindigkeit Tempo 50 erhalten. Kein Fahrverbot für Diesel-Pkw. Metrobussystem und S-Bahn-System ins Umland ausbauen. Straßenbaubeiträge abschaffen.  Statt Symbolpolitik („Klimanotstand“) besser 310 000 Bäume pflanzen und auf Inlandsflüge städtischer Mitarbeiter verzichten. „Klima-Demos“ nur noch nach Schulschluss zulassen.  Gestaltungsfreiheit für Privatgärten nicht weiter einschränken.

ÖDP: Kein Neubau von Straßen

Die Innenstadt wird mit Ausnahme von Bedarfsverkehren autofrei. Verkehrsraum wird konsequent an Fuß- und Radverkehr umverteilt. Einen Neu- und Ausbau von Straßen wird es nicht geben. Gehwegparken wird nicht mehr toleriert. Tempo 30 wird stadtweit umgesetzt. Bahn und Bus werden konsequent ausgebaut. Münster reduziert seine Emissionen bis 2030 auf Nettonull, bekommt ein Durchgrünungskonzept und entsiegelt konsequent Flächen. Städtische Flächen werden pestizidfrei bewirtschaftet.

Piraten-Partei: Wohnen und Arbeit nebeneinander

Der beste Verkehr für Klima und Umwelt ist Verkehr, der gar nicht erst entsteht. Wir möchten Home-Office in der Verwaltung und in der Wirtschaft fördern. Wir wollen Heimarbeitsplätze in der Stellplatzverordnung berücksichtigen und Wohnen und Arbeit nebeneinander planen. ÖPNV muss fahrscheinfrei werden, die Radwegebenutzung freiwillig sein. Wir brauchen eine Förderung von Elektrofahrzeugen durch Laternentankstellen. Förderung von Windenergie und Photovoltaik auch dort, wo es sich angeblich nicht rechnet.

Münster Liste: Regenerative Energie hat Priorität

Münster muss klimaneutral werden. Dazu muss die Innenstadt immissionsarm werden. Für die Anlieferung der Waren zu Geschäften und den Abtransport des Einkaufs (zu Kunden) muss ein kommunaler öffentlicher Güternahverkehr eingerichtet werden. Alle Verkehrsteilnehmer müssen gleichberechtigt Wege, Straßen und Plätze nutzen können. Nahezu ausschließlich muss der Umweltverbund (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr) im Mittelpunkt aller Planungen stehen. Regenerative Energie muss höchste Priorität bekommen.

MSP: 5000 neue Stellplätze für Räder

Der Klimawandel betrifft uns alle. Um Münster bis 2030 klimaneutral zu machen, wollen wir den Rad-, Bus- und Bahnverkehr finanziell und im Image stärken. Breite Radwege mit ökologischen und glatteissicheren Belägen, Metrobusse, Radschnellwege, Gratis-ÖPNV im Zehn-Minuten-Takt für alle und 5000 plus neue Radstellplätze sind nur ein kleiner Teil unserer Maßnahmen, um allen Münsteranern zu helfen, auf das Auto zu verzichten und Münster wieder zum Vorbild zu machen.

Die Partei: FMO bei Ebay verkaufen

Den Erfolg der roten Fahrradstraßen auf alle Wege übertragen: grüne Gehwege, gelbe Vorfahrtsstraßen, pinke Wasserstraßen, weiße Schienen, orange Luftwege. E-Scooter dürfen nur türki-se Wege nutzen. Schiffs- und Bootsverkehr ausbauen, Kanal und Aasee unterirdisch verbinden. Den jahrhundertelangen Baustopp am Max-Clemens-Kanal beenden. Den FMO bei eBay-Kleinanzeigen verhökern. Zehn Euro VB. Einen Parkhausring aus Stahlbeton um die Stadt bauen, motorisierter Individualverkehr im Ringinnern wird untersagt.

Volt: ÖPNV mit enger Taktung

Eine autoarme Innenstadt mit Einbahnstraßenprinzip nach dem Houten-Modell macht Fuß- und Radverkehr durch Neuverteilung der Verkehrsräume und Infrastrukturinvestitionen attraktiv und sicher. Dazu kommt ein intelligenter ÖPNV mit engerer Taktung durch S-Bahn-Ringlinie und schie-nenloser Straßenbahn (sieben neue Linien, zusätzliche Knotenpunkte). Ein ganzheitliches Konzept sorgt für Klimaneutralität bis 2030 mittels 100 Prozent Ökostrom, smart grid, Kreislaufwirtschaft, Holzbauinitiativen.

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