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Offener Umgang mit Krankheit

Christine Rupp bloggt über ihre Multiple Sklerose

Ahaus

Sie habe ihre Multiple Sklerose (MS) noch nie verheimlicht, erzählt Christine Rupp. Die Ahauserin hat Zahnmedizin studiert, musste das Studium aber kurz vor dem Staatsexamen abbrechen. Seit Juni 2015 führt sie den Blog „deine Christine“. Hier schreibt sie offen über ihre Krankheit.

Lisa Wissing

Christine Rupp schreibt im Internet über ihre Erfahrungen mit Multiple Sklerose. Sie legt dabei Wert darauf, einen Mehrwert für die Leserinnen und Leser zu bieten. Foto: Stephan Rape

„Am Anfang war mir das noch ein bisschen unangenehm, aber ich dachte mir, was kann im schlimmsten Fall passieren?“, sagt sie. Christine Rupp fing an, über ihre Erfahrungen mit MS im Alltag zu schreiben. Damit möchte sie anderen Menschen helfen und an die Hand nehmen.

Sie habe angefangen zu schreiben, weil es ihr unglaublich wichtig sei, eine Aufgabe zu haben. „Ich wollte schon immer was machen, womit ich Menschen helfen kann.“ Die Tipps rund um ihren Alltag mit MS kämen sehr gut an.

"Es gehört dazu"

In ihrem Leben drehe sich nun mal sehr viel um die Krankheit, sagt die Bloggerin. Schließlich lebe sie seit 34 Jahren mit MS. „Es gehört dazu, aber mein Leben besteht nicht daraus.“ Sie möchte vermitteln, dass vieles noch geht, aber oft nur anders. Denn sie möchte ihre Motivation weitergeben. „Ich versuche, mit jedem meiner Beiträge einen Mehrwert zu bieten. Seien es Tipps zur Stellung von Anträgen oder Ideen zur Freizeitgestaltung.“

Ihr Blog habe ihr auch neue Türen geöffnet. Hotels und Ferienhäuser haben die Ahauserin angefragt, damit sie diese auf ihre Barrierefreiheit überprüfen kann. Auch als Model wurde die Bloggerin gebucht. Etwa als Rollstuhlmodel.

Rupp findet: „Die Medien sind da noch sehr zurückhaltend. Oder wie oft sieht man Rollstuhlfahrer in Modekatalogen?“ Dabei wollten sich natürlich auch Menschen mit MS, allgemein Menschen, die im Rollstuhl sitzen, modisch anziehen.

Christine Rupp

Doch nicht nur positive Seiten teile sie ihrer Community mit. „Die Pandemie hat mir wirklich zugesetzt. Ich merke, dass ich abbaue“, so Christine Rupp. Um körperlich fit zu bleiben, schwöre sie auf ihre morgendlichen Dehnübungen. Denn viele Angebote, etwa der Besuch im Fitnessstudio, fielen ja momentan aus.

Dazu kommt noch der geringe soziale Kontakt und wenige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung außerhalb der eigenen vier Wände. „Im Grunde bin ich froh, noch vieles machen und auf Beschäftigungen zuhause ausweichen zu können“, erzählt die Ahauserin. Sie habe viele Webinare gemacht und im ersten Lockdown ein neues Hochbeet angelegt.

Die Lebensfreude nicht nehmen lassen

Ihre Krankheit beschreibt Christine Rupp wie einen Vulkan, der ständig brodle und auch mal ausbreche. Doch davon lasse sie sich nicht ihre Lebensfreude nehmen. Ihr Motto ist: „Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzten.“

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