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Sechste Bundestagskandidatur

Große Mehrheit für Jens Spahn

Ahaus/Kreis Borken

Das halbe Dutzend ist voll: Jens Spahn (40), Vorsitzender der CDU im Kreis Borken, ist am Samstag im Kulturquadrat in Ahaus von den Delegierten des Wahlkreises 124 Steinfurt I - Borken I erneut zum Kandidaten für die Bundestagswahl am 26. September gewählt worden. Bereits als 21-Jähriger war der Ottensteiner Bundestagsmitglied geworden.

Horst Andresen

Will zum sechsten Mal für die CDU in den Bundestag einziehen: Jens Spahn (vorne). 49 der 53 Wahlkreisvertreter stimmten für ihn. Foto: Horst Andresen

Für den Bundesgesundheitsminister votierten 49 Delegierte (96,2 Prozent) von 53 stimmberechtigten. Zwei CDU-Mitglieder enthielten sich, zwei stimmten gegen Spahn. Wegen Corona-Schutzregeln war die Delegiertenzahl minimiert worden. Bei der Kandidatenkür 2016 hatte der damalige Staatssekretär 98,6 Prozent der Stimmen erhalten bei allerdings 142 Wahlberechtigten.

Der 40-Jährige war ohne Gegenkandidat angetreten. Doch trotz des erwarteten Solos durch die Wahlregularien betonte der Ottensteiner gegenüber den Mitglieder und im Gespräch mit unserer Redaktion immer wieder, wie gut ihm solch ein Auftritt beim Heimspiel im Kreis Borken tue. „Ich freue mich über die große Unterstützung. Sie zum sechsten Mal bekommen zu haben, ist nicht selbstverständlich. Er recht nicht in diesen Pandemiezeiten.“

Jens Spahn

Er wolle sich weiter in Berlin für die Interessen der Region einsetzen, für Handwerk, Landwirtschaft und große Projekte, wie dies in der Vergangenheit auch geschehen sei.

Handyfotos fürs Familienalbum hier, Grüße ohne Händeschütteln in Coronazeiten dort: Irgendwie genoss Spahn offenbar tatsächlich den Auftritt in Ahaus, auch abseits der Abstimmung, ohne Show und Scheinwerfer. „Die letzten Monate waren kein Schonwaschgang.“

In seiner Vorstellung war Spahn zuvor selbstredend auf die aktuelle Pandemiesituation eingegangen und das Wahljahr 2021. Für das forderte er Geschlossenheit und Zusammenhalt. „Sonst sind wir nichts.“ In der Kanzlerfrage Laschet/Söder müsse „zügig“ ein Ergebnis her. Trotz 16 Regierungsjahren könne noch vieles besser werden, auch in der Digitalisierung der Verwaltungen.

Für 2022 kündigte Spahn einen digitalen Impfpass an. Medikamente müssten wieder in Europa hergestellt, Abhängigkeiten vermieden werden: „Das haben wir buchstäblich schmerzhaft zu Beginn der Pandemie erlebt. Und wenn wir in China keine Autos verkaufen, herrscht in Wolfsburg Stillstand.“

Corona müsse weiter bekämpft, „die dritte Welle gebrochen“ werden. Auch mit einem harten Brückenlockdown. Den habe er sich schon über Ostern erwünscht.

Bewerbungsrede

Die Lacher hatte Jens Spahn zuvor in seiner „Bewerbungsrede“ auf seiner Seite. Nur drei Personen könnten ihn mit unterdrückter Telefonnummer anrufen: Bundeskanzlerin Angela Merkel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und – Ludger Hummert, Chef des CDU-Ortsverbandes Leer, das zu Horstmar gehört. „Dann weiß ich nie, wer wirklich dran ist“, sagte Spahn vor den Delegierten im Kulturquadrat – und auch Hummert musste schmunzeln. Zum Wahlkreis 124 gehören die Orte Ahaus, Gronau, Heek, Legden, Schöppingen (im Kreis Borken) sowie Horstmar, Metelen, Neuenkirchen, Ochtrup, Rheine, Steinfurt und Wettringen (Kreis Steinfurt). „Wir haben ihn damals vor 20 Jahren bei der ersten Kandidatenwahl gegen den Widerstand des Steinfurter Kreisverbandes durchgedrückt“, erinnert sich Hummert im Gespräch abseits des Wahlvorgangs. Und Hummerts Vorschlag setzte sich gegen den Kandidaten durch, der von keinem Geringeren als dem heutigen Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann bevorzugt wurde. „54 Stimmen entfielen damals auf den jungen Jens Spahn. Und er gewann.“ Das war die erste Kandidatenwahl. Jetzt folgte die sechste. Das CDU-Credo von Hummert und seinen Gefolgsleuten: „Wir wollten damals schon auf die EU- und nicht die Kreisgrenzen gucken – mit Jens Spahn. Und wir waren der Meinung, dass der Bundestag so einen jungen Abgeordneten durchaus vertragen konnte.“ Die 53 Delegierten hatten sich zuvor einem Corona-Schnelltest unterziehen müssen, um mit einem negativen Ergebnis die Stadthalle betreten zu können. Der DRK-Ortsverein Ahaus sorgte für einen reibungslosen Ablauf.

Die Kreise Borken und Steinfurt verhielten sich „mustergültig“ in Sachen Schnelltests. Mit ihnen könne er sich auf absehbare Zeit auch wieder Außengastronomie und Fußball mit Fans vorstellen.

Die Impfstrategie nehme zudem weiter an Fahrt auf. In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien zehn Prozent der Bürger geimpft worden; in den vergangenen drei Wochen zusammen zehn Prozent, und im Mai könne bereits jeder dritte Bürgergeimpft werden. Auch wenn alle „nach 13 Monaten pandemie-müde sind: Das Virus ist nicht müde“. Der Corona-Marathonlauf sei noch nicht zu Ende. „Wir müssen durchhalten.“

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