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Konzert in der Alstätter Pfarrkirche

Meisterliche Barockmusik

Alstätte

Das diesjährige Reformationsjubiläum beschert uns nicht nur einen weiteren Feiertag, sondern auch viele musikalische Höhepunkte. Einen davon gab’s am Sonntag in der Alstätter Pfarrkirche. Nach monatelangen Proben war die Spannung bei den Sängerinnen und Sängern groß, die unter der Gesamtleitung von Ann-Kathrin Vogel standen.

wn

Sänger und Musiker füllten beim Konzert die Kirche bis in den letzten Winkel mit Musik. Foto: Helmut Schwietering

Vor Konzertbeginn bat die Chorleiterin, alle Handys auszuschalten – schließlich passe ihrer Meinung nach die daraus erklingende Musik nicht zur Barockzeit. Die amüsierten Gäste leisteten der charmant geäußerten Bitte gerne Folge.

Komplettiert wurde der hochmusikalische Nachmittag durch die Unterstützung vieler Solisten und Instrumentalmusiker. Gemeinsam hatten sie sich Kompositionen von Johann Sebastian Bach und seinem Freund Georg Philipp Telemann vorgenommen. Kantaten der beiden Barockmusiker waren neun Monate geprobt worden.

Gleich zu Beginn zeigte der Kirchenchor Cäcilia Alstätte ihr Können. „Mit Herz und Mund“ sangen sie das gleichnamige Lied und sorgten gleich für Aufmerksamkeit im Publikum.

Im weiteren Verlauf des Konzerts hatten Evelyn Ziegler (Sopran), Lydia Krüger (Mezzosopran), Wolfgang Klose (Tenor), Patrick Ruyters (Bass) und das Orchester Berkelbarock immer wieder Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Lydia Krüger sorgte bei ihren Soli genau wie Evelyn Ziegler mit klaren Stimmen für den Kontrast zum ebenso feinen, aber natürlich voluminöseren Gesang des Kirchenchores.

Die für die dunkleren Stimmfarben zuständigen Herren Wolfgang Klose und Patrick Ruyters waren ebenfalls sehr gut bei Stimme. Die vier Solisten hatten einen großen Anteil am Gelingen dieses Konzertes.

Der erste Part war bestimmt von der Musik Bachs. Mit „Jesus bleibet meine Freude“ überzeugte der Chor schon mit dem ersten Höhepunkt des Konzertes die Besucher. Kraftvoll drang die Musik an die Ohren der Zuhörer, und die Sängerinnen und Sänger demonstrierten, wie sich ein homogener Klangkörper anhören muss.

Das Barockorchester Berkelbarock sorgte an diesem Abend unter der Leitung von Hanne Feldhaus-Tenhumberg für die wunderbaren Einleitungen zu Chorälen und Arien. Es war ein nicht wegzudenkender Eckpfeiler dieses Konzertes. Geigen, Oboe, Trompete und weitere Instrumente waren ebenso für die großartige Instrumentalbegleitung zuständig wie Gijs van Schoonhoven an der Truhenorgel.

Kurz wurden die Instrumente gestimmt – und es ging weiter zum zweiten Meister des Barock: Musik von Georg Philipp Telemann erklang. Erneut begeisterten die Akteure mit wunderbar eingängigen Melodien. Die Sängerschar hatte hörbar und sichtlich ihre Freude am Auftritt und legte bei den Chorstücken noch einen drauf. Kraftvoll, aber niemals aufdringlich, sangen sie aus dem Psalm 111. Das Klanggerüst blieb bis zum Ende stabil.

Den minutenlangen Applaus hatten sich die Akteure nach dem Konzert mehr als verdient. Ein Projekt, für das es sich gelohnt hat zu arbeiten, ging hiermit zu Ende. Doch eine Fortsetzung ist ja nicht grundsätzlich ausgeschlossen . . .

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