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Trotz erneuter Konzertabsage sind die Alstätter Vereine aktiv

Musik, die nicht erklingt . . .

Alstätte

Corona und die Alstätter Musikschaffenden – das passt nicht zusammen. Heißt es sonst alljährlich um diese Zeit „Musik, die nie verklingt“ – bekommt die Musik schon zum zweiten mal erst mal gar nicht die Chance überhaupt zuer

Martin Borck

Im vergangenen Sommer fanden Proben des Musikvereins Alstätte zeitweise draußen vorm Musikhaus statt. Eine Notlösung – aber besser als gar keine Zusammenkünfte. Foto: Musikverein Alstätte

Das für heute im Kulturquadrat Ahaus geplante Konzert mit dem Musikverein, dem Chor For Pleasure und dem Männergesangverein Eintracht findet nicht statt.

Wirklich frustrierend für die Aktiven, die ja präsentieren wollen, was sie draufhaben. Andererseits: Die Möglichkeit, ein Programm einzustudieren, gab es in den vergangenen Monaten nicht wirklich. „Im Juni haben wir die Proben nach draußen verlegt“, sagt Markus Weiß, Geschäftsführer des Musikvereins. Aber: Mit weitem Abstand zueinander spielen – „das richtige Feeling stellte sich da nicht ein“, sagt Dirigent Ludger Niemeier. Zumal die Akustik draußen ja ganz anders ist als in einem Raum. Symphonische Stücke einzuüben, geht unter den Umständen nicht. „Trotzdem war‘s schön, etwas gemeinsam zu machen.“

Eins-zu-eins-Proben sind möglich

Wenn auch die gemeinsamen Proben litten, sind doch mittlerweile zumindest Eins-zu-eins-Proben in Präsenz wieder möglich. Zwischenzeitlich konnte auch in kleineren Besetzungen geübt werden. „Wir hatten uns schon auf das Weihnachtskonzert in der Kirche gefreut. Wir wollten zwei Konzerte mit jeweils der halben Besetzung machen. Doch Corona machte auch den Plänen den Garaus“. Trotz Hygienekonzept.

Michaela Völker, Vorsitzende von „For Pleasure“, schildert ähnliche Probenprobleme – und das im Jubiläumsjahr (25 Jahre besteht der Chor). Es wurde online zu viert plus Dirigentin geprobt: Aber auch das ist kein Ersatz für eine richtige Probe, wo man die Nachbarin hört, wo es auf das harmonische Miteinander ankommt. „Aber besser als nix“. Was solo zuhause geprobt werden kann, wird auch geprobt. Sogar neue Stücke werden einstudiert. Der Männerchor ist noch stärker betroffen: weil die meisten Mitglieder zur Corona-Risikogruppe gehören und sie nicht über die technischen Möglichkeiten verfügen, online Proben abzuhalten, wie Hermann Hohmann erklärt.

Absagen schneiden in die Budgets

Trotz aller Beschränkungen bleiben fast alle bei der Stange und halten ihren Vereinen die Treue. Einige Mitglieder blieben aber aus Sorge vor Corona-Folgen für sich oder Angehörige den Gruppenproben fern. Dafür hat Musikverein-Vorsitzender Hannes ter Huurne Verständnis. Er weist auf die finanziellen Folgen der Konzertabsagen hin, die einen erheblichen Einschnitt in die Budgets darstellen. Auch der Frauenchor, der gern zur musikalischen Gestaltung von Hochzeiten eingeladen wird, hat kaum Auftritte. Die Planungsunsicherheit macht allen zu schaffen. Vielleicht, so die Hoffnung, sind ja ab September wieder Konzerte möglich. Und auch der Musikverein blickt zuversichtlich in die Zukunft. Er sucht sogar neue Schüler. „Sie bekommen guten Einzelunterricht. Die Instrumente werden gestellt,“ wirbt Ludger Niemeier.

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