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Stadt braucht mehr Platz für Mensa des Alexander-Hegius-Gymnasiums

Stadt will Josef-Cardijn-Haus kaufen

Ahaus

Die Stadt Ahaus will das Josef-Cardijn-Haus der Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt kaufen. Das teilten Vertreter beider Institutionen am Mittwoch im Schulausschuss beziehungsweise einer Pfarrversammlung mit. Dadurch soll mehr Platz vor allem für den Mensa-Bereich des angrenzenden Alexander-Hegius-Gymnasiums (AHG) geschaffen werden.

Rupert Joemann

Das Josef-Cardijn-Haus ist für viele Kinder und Jugendliche beliebter Treffpunkt. Foto: Rupert Joemann

Der Vorteil für die Kirchengemeinde: Der Kirchenstandort St. Josef wird gesichert. „Das geht nicht, ohne einen Preis zu zahlen“, sagte Dechant Heinrich Plaßmann bei einem Pressegespräch am Nachmittag. Die Sicherung der drei Kirchenstandorte St. Mariä Himmelfahrt, St. Josef Graes und St. Josef an der Fuistingstraße basiere auf dem Pastoralplan, so der Pfarrer. Sowohl das Bistum als auch der Kirchenvorstand haben dem Projekt bereits zugestimmt.

Der Verkaufserlös soll in den Umbau der St.-Josef-Kirche fließen. Geplant ist, den Kirchenraum zu verkleinern und weitere Räume in den bisherigen Kirchenraum unterzubringen. Wie viele Räume entstehen und wie groß diese werden, steht angesichts des frühen Planungsstadiums noch nicht fest.

Die Kirchengemeinde verfügt an den drei Standorten in ihren Pfarrheimen über zusammen 1700 Quadratmetern Nutzfläche. Davon finanziert das Bistum aber nur 1200 qm mit 100 Prozent. „Den Rest nur zur Hälfte“, so Plaßmann. Aus Sicht des Bistums hat die Kirchengemeinde Überkapazitäten.

Ob die Gemeinde das Grundstück verkauft oder verpachtet, sei noch nicht ausverhandelt, so Heinz Gewering, Leiter der Zentralrendantur. Die Maxime sei zwar, keine Grundstücke zu verkaufen, „aber keine Regel ohne Ausnahme“.

Für den Beigeordneten Werner Leuker ist auch klar, dass „der Platzbedarf für den Mensabetrieb des AHG jährlich steigt“. Im kommenden Schuljahr sind es schon 345 essende Kinder. Mittelfristig rechnet die Stadt mit etwa 600 Schülern im Ganztag. Schon heute nutzt die Stadt das Josef-Cardijn-Haus für das Mittagessen der Schüler.

Erweiterungskapazitäten im Außenbereich bestünden nicht, so Leuker. Schon heute sei die Schulhoffläche für die etwa 1100 Gymnasiasten zu klein.

Werner Leuker wies auf den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung hin: „Der Ganztag spielt eine wichtige Rolle.“ Zudem geht die Stadt davon aus, dass beide Ahauser Gymnasien zum Schuljahr 2019/2020 zum Abitur nach neun Jahren zurückkehren. Beide Schulleiter hätten ihm das deutlich signalisiert, so der Beigeordnete. Dann stiege auch die Schülerzahl weiter und es würden neue Räume benötigt.

Zunächst hatte die Stadt geplant, die Aula des AHG umzubauen. Doch das musste verschoben werden, weil die Aula bis zur Fertigstellung des Kulturquadrats als Veranstaltungsort genutzt werden sollte. Aus Sicht von Bürgermeisterin Karola Voß erweist sich das im Nachhinein als glücklicher Umstand. Hätte die Stadt die Aula für den Mensabetrieb hergerichtet, hätte sich die jetzt angedachte Variante wohl aus finanziellen Gründen zerschlagen, so Voß.

Die Planungen betreffen derzeit nicht die Anne-Frank-Realschule (AFR). Sollte die Schule allerdings irgendwann in den Ganztag wechseln, hätte die Stadt „gewisse Optionen“, so der Beigeordnete Georg Beckmann.

Ab dem kommenden Schuljahr soll die AFR in der Jahrgangsstufe fünf wieder fünfzügig starten. „Die räumlichen Kapazitäten sind begrenzt“, sagte Werner Leuker. Zudem wolle die Bezirksregierung die zuletzt zweimal hintereinander erteilte Ausnahmegenehmigung sicher nicht zur Regel werden lassen.

Beide Seiten betonten, dass es keinen abrupten Wechsel geben werde, sondern ein insgesamt mehrjähriger Prozess anstehe. Schließlich müssen zunächst auch Unterbringungsmöglichkeiten für die bisherigen Gruppen im Josef-Cardijn-Haus geschaffen werden.

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