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Jahreshauptversammlung der Landfrauen

Theatergruppe sorgt für ein Feuerwerk mitsamt Rakete

Alstätte

Ein sprichwörtliches Feuerwerk der guten Laune versprühten die Landfrauen am Dienstagabend bei ihrer Jahreshauptversammlung. Im voll besetzten Gasthof Gerwing-Wulf jagte ein Höhepunkt den nächsten.

Monika Haget

Viel los war bei der Jahreshauptversammlung der Landfrauen. Nach den Regularien traten die Frauen der Theatergruppe nacheinander in verschiedenen Rollen auf die Bühne. Das sorgte bei den Gästen für gute Laune. Foto: Monika Haget

Ein sprichwörtliches Feuerwerk der guten Laune versprühten die Landfrauen am Dienstagabend bei ihrer Jahreshauptversammlung. Im voll besetzten Gasthof Gerwing-Wulf jagte ein Höhepunkt den nächsten. Dabei überzeugte die Theatergruppe mit großartigen schauspielerischen Leistungen, die Lachmuskeln der Frauen wurden arg strapaziert.

Zunächst standen jedoch Regularien auf dem Programm. Die neue Vorsitzende Maria Hackfort begrüßte die Landfrauen und berichtete, dass der Alstätter Verband seit 70 Jahren bestehe. Sie verwies auf einige kommende Veranstaltungen, unter anderem auf das Frühstück am 15. Mai mit einem Vortrag von Ute Uphues zum Thema „Nie wieder sprachlos“.

Marie-Theres Schulze-Hilbt vom Kreisvorstand zeigte sich beeindruckt von den vielen Aktivitäten vor Ort: „Hier wird die Grundlage für eine erfolgreiche Landfrauenarbeit gelegt. Mit 5800 Frauen im Kreis Borken sind wir eine starke Gemeinschaft mit viel Liebe für den ländlichen Raum“. Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Ahaus, Mathilde Fischer, dankte den Frauen für ihre ehrenamtliche Arbeit.

Sie habe recherchiert, dass sich in Alstätte rund 300 Frauen im Alter von 25 Jahren bis ins hohe Alter bei den Landfrauen engagieren. „Ich bin erstaunt, was hier alles so los ist. Wie kriegen Sie das nur immer so hin?“ fragte sie lachend in die Runde. Mechthild Tenhagen legte einen umfassenden Kassenbericht vor, Simone Tenhagen und Daniela Terstriep bescheinigten ihr eine sehr gute Kassenführung.

Nach einem Imbiss führten Daniela Reinfeld und Jessica Harking als „Bettina“ und „Maria“ charmant und locker durch den weiteren Abend. Heinrich Harpering sorgte für die musikalische Begleitung.

Zunächst traten die Akteure der Theatergruppe nacheinander in verschiedenen Rollen auf, wobei sie ein Handwerk pantomimisch darstellten. Sie machten mit den Armen Bewegungen nach vorne, zur Seite und nach oben. Dabei durften sie sich gegenseitig nicht berühren. Je mehr Frauen die Bühne betraten, desto schwieriger und lustiger gestaltete sich die Choreografie. Tunkte zum Beispiel der Maler den Pinsel in die Farbe, breitete die Waschfrau weit ausladend über den Köpfen der anderen ihre Leine aus. Die Reaktionen des Publikums zeigten, dies war ein gelungener Einstieg in einen unterhaltsamen Abend.

Eine gekonnte Choreografie bot auch die Funkengarde des VfB zum Lied „Ich fand das ganz große Glück mit dir im Zug nach Osnabrück“. Prompt mussten sie eine Zugabe geben. Beim Stück „Agathe soll unner de Pannen“ erwies sich Ingeborg Franke als Sprachtalent. In der Rolle des Herrn Böseke konnte sie kein „a“ aussprechen, sagte stattdessen „u“. So stellte sich der Brautwerber seiner Angebeteten „Uguthe“ als Händler von „Duchpuppen“ vor. Auch sei er weit gereist, er sei mit einem „Bununendumpfer“ über den „Punumukunul“ gefahren. Das Publikum konnte sich kaum halten vor Lachen. Andrea Haveloh brillierte anschließend als Putzfrau Aische in der Klinik. Mit ihrem gespielten ausländischen Akzent und fehlenden Sprachkenntnissen brachte sie eine Patientin, die auf eine OP wartete, gehörig ins Schwitzen. Die Rolle, so ließen einige Frauen verlauten, sei ihr genau auf den Leib geschrieben.

Tolles Schauspieltalent bewies auch Silvia Schabbing. Sie kam mit angewinkelten Armen in ein Zugabteil und nervte die mitreisende Dame mit allerlei Wehwehchen, die sie aufgrund ihrer Handhaltung nicht beheben konnte. Sie ließ sich den Rücken kratzen, die Nase putzen und Speisereste aus den Zähnen entfernen. Als die Mitreisende sich schließlich erkundigte, welches Armleiden sie habe, lautet die Antwort: „Gar keins, mein Mann hatte keinen Zollstock und wir brauchen ein neues Ofenrohr von dieser Länge.“ Spätestens jetzt war eine „Rakete“ fällig, die Zuschauerinnen machten begeistert mit.

Zum Schluss traten alle Akteurinnen in T-Shirts mit dem Aufdruck „Morgens Zirkus, abends Theater“ auf. Gemeinsam sangen sie den Helene-Fischer-Hit „Die Hölle morgen früh ist mir egal“, wobei sie eigene Textzeilen einfügten: „Wir freuten uns euch hier zu sehn, so wird die Show erst richtig schön, und so stehen wir hier oben, alles gaben wir für euch.“ Dass ihnen das aufs Beste gelungen ist, bewies der langanhaltende Applaus einer restlos begeisterten Landfrauengemeinschaft.

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