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Ukraine-Krieg

In Schöppingen wird die Flüchtlingseinrichtung reaktivert

Schöppingen/ Münster/ Düsseldorf

Seit zwei Wochen tobt der Krieg in der Ukraine. Auch im Münsterland bereiten sich Städte und Gemeinden auf die Unterbringung von vielen Flüchtlingen vor: In Schöppingen wird die Flüchtlingseinrichtung reaktiviert. Münster geht einen anderen Weg.

Von Elmar Ries

Die Mitarbeiterin des Malteser Hilfsdienstes versorgt in Polen eine Mutter mit Kind, die aus der Ukraine geflüchtet sind. Foto: Aktion Deutschland Hilft

NRW bereitet sich auf eine steigende Zahl an Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Das hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch erklärt. Darum wird das Land die Kapazitäten in den eigenen Einrichtungen auf 25.000 Plätze hochfahren. Derzeit könnten dort 20.000 Menschen un­terge­bracht werden; 14.000 Plätze sind bereits mit Asylbewerbern belegt.

Die münsterische Bezirksregierung reagiert auf den er­warteten Ansturm Flüchtender und reaktiviert die Ende 2021 geschlossene Zentrale Unterbringungs­einrichtung (ZUE) in Schöppingen. Diese soll in der letzten März-Woche wieder bezugsfertig sein und bis zu 400 Menschen Platz bieten. Anfang dieser Woche hatte die Behörde bereits die ZUE in Dorsten für Ukrainer reserviert. Dort sind in der Nacht zu Mittwoch die ersten 14 Flüchtlinge angekommen.

Rund 950 Plätze für ukrainische Kriegsflüchtlinge

Mit beiden Einrichtungen hält der Regierungsbezirk Endes des Monats insgesamt rund 950 Plätze für ukrainische Kriegsflüchtlinge vor. Damit soll den Städten und Gemeinden Zeit verschafft werden, Unterbringungsmöglichkeiten vorzubereiten. Anders als bei Asylbewerbern sind in diesem Fall die Kommunen dafür zuständig.

In manchen Städten sind die Kapazitäten schon jetzt erschöpft. Die Stadt Münster teilte am Mittwoch mit, Flüchtlinge vorübergehend in einer Sporthalle un­ter­bringen zu müssen.

Etwa 80.000 Flüchtlinge in Deutschland eingetroffen

Noch immer gibt es keine validen Schätzungen, wie viele Ukrainer nach Deutschland kommen werden. In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit dem Beginn des russischen Überfalls rund 1,3 Millionen Flüchtlinge eingetroffen. Allein am Dienstag passierten über 125.000 Menschen die Grenze. Fluchtforscherin Birgit Glorius geht davon aus, dass die Ankünfte in diesem Jahr jene des Jahres 2015 übersteigen werden. Damals kamen rund 900.000 Flücht­linge nach Deutschland. Bislang sind rund 80.000 Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen.

Die münsterische Bezirksregierung geht offenbar auch davon aus, dass die Zahl der kurzfristig zu Verfügung ­stehenden Unterbringungsmöglichkeiten nicht ausreicht. Nach Informationen unserer Zeitung sucht die Behörde zwei große, voll ­erschlossene Grundstücke von jeweils mindestens 25.000 Quadratmetern, um dort Container-Dörfer zu errichten. Im günstigsten Fall könnten dort insgesamt rund 1200 Menschen unterkommen. Weil die Zahl der Flüchtlinge generell steigt, plant die Bezirksregierung, die Flächen für zehn bis 20 Jahre zu pachten oder zu erwerben.

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