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Spahn im Impfzentrum Velen

Gesundheitsminister hat nichts zu meckern

Velen

Jens Spahn auf Heimatbesuch in Ahaus-Ottenstein. Da liegt es auf der Hand, schnell mal im Impfzentrum in Velen vorbeizuschauen, wie es dort läuft. Der Eindruck des Bundesgesundheitsministers nach einem Schnelldurchgang, wegen Corona-Schutzmaßnahmen ohne Presserummel: „Optimal.“

Horst Andresen

Caritas-Helferin Eva Krasenbrink über die Schulter geschaut: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Impfzentrum in Velen. Foto: Horst Andresen

Spahn besuchte nach eigenen Aussagen erstmals eines der bundesweit rund 400 Zentren (davon 53 in NRW) „im laufenden Betrieb“. An seiner Seite zunächst die ehrenamtliche Caritas-Helferin Eva Krasenbrink. Und zuvor hielt er noch ein kurzes Pläuschchen mit Heeks Ehrenbürgermeisterin Anni Rosery, die am Sonntagmorgen ihren Impftermin hatte.

„Hier ist alles sehr gut organisiert, ist mein Eindruck Die Abläufe sind optimiert, das Zentrum zentral gelegen, die Impfbereitschaft mit rund 90 Prozent sehr hoch.“ Für Spahn gab‘s nichts zu meckern beim Heimspiel im Kreis Borken. Er sei in diesem Lockdown zum ersten Mal aus Berlin ins Westmünsterland gekommen. Erst am Samstag war der Abstecher zum Impfzentrum kurzfristig angesetzt worden.

Kritische Fragen meisterte Spahn, wie aus zig TV-Auftritten bekannt, souverän an seinem Jahrestag: „Ich bin genau heute drei Jahre Bundesgesundheitsminister“, erklärte der 40-jährige gebürtige Ottensteiner – und streifte in Kürze diverse Themen.

  • Osterurlaub: Trotz der jetzt in Kraft getretenen Lockerungen sei es schwer, „vier bis acht Wochen im Voraus zu prognostizieren“, was komme. Doch alle müssten weiter vorsichtig bleiben: „Das Virus macht keinen Urlaub.“
  • Impfen bei Hausärzten: Das sei für Mitte April geplant. In einigen Praxen in Deutschland werde bereits dort geimpft. „Entscheidend dafür ist, dass zu wenig Impfdosen geliefert worden sind.“ Das ändere sich im nächsten Quartal. 50.000 bis 70.000 Arztpraxen könnten bundesweit eine Millionen Impfungen vornehmen bei einer angenommenen Lieferung von je 20 Dosen. Rechnerisch seien gar „zehn bis 15 Millionen Impfungen pro Woche“ möglich.
  • Situation im Kreis Borken: „Die ist innovativ. Hier wird gut und zügig verimpft. Dennoch wird es im ersten Quartal noch knapp bleiben. Ich bin mir aber sicher, dass wir bis zum dritten Quartal allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben können.“
  • Ein Jahr Pandemie: Er könne verstehen, dass die Leute nach zwölf Monaten Leben mit dem Virus corona-müde seien. „Alle haben Sehnsucht nach Normalität“, die Wirtschaft sei hart getroffen wie Kinder und Eltern und viele andere Bereiche. Der Marathonlauf im Kampf gegen Covid-19 sei lange nicht auf der Zielstrecke: „Das Virus ist noch nicht weg.“

Dr. Volker Schrage aus Legden, Vizepräsident der für das Impfzentrum zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, bestätigte auf Anfrage dieser Redaktion: „Ab dem 19. April sollen alle Hausärzte mit Impfstoff beliefert werden.“ Die Bestellung erfolge über Apotheken. Schrage half schon am Wochenende beim kommunalen Impfen, zum Beispiel von Lehrern und Erziehern – und beklagt den Wust an Bürokratie: „Acht Seiten Dokumentation pro Impfling. Der Papierkram frisst richtig Zeit.“

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