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Actionreich in die Weihnachtspause

Corona hat sich nicht negativ auf den Ausbildungsstand der THW-Einsatzkräfte ausgewirkt

Epe

Nicht alles, was nach einem Katastrophenfall aussieht, ist zum Glück auch einer. Die Bilder, die das THW bei seiner Jahresabschlussübung produzierte, verfehlten ihre Wirkung nicht. Spannend war die Frage, wie sich die durch die Corona-Pandemie ausgefallenen Übungsabende auf die Einsatzbereitschaft der Truppe auswirken.

Von Ralf Kosse

Fotos oben: Unter schwerem Atemschutz gehen Ina Alies (l.) und Timo Sonntag (r.) zur Rettung ins komplett vernebelte Abbruchgebäude.Trotz coronabedingt fehlender Übungseinheiten wussten alle Helferinnen und Helfer, was in der Situation zu tun war.

Vergangenen Freitag am Hauskamp in Epe: Blaulicht zuckt durch die Dunkelheit, Martinshörner dringen ins Ohr. Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilswerks (THW) eilen heran, stoppen am Straßenrand. Aus einem Hinterhof quillt Rauch, im strömenden Regen irrt ein Mann panisch herum.

Dramatische Bilder

Dramatische Bilder, doch alles ist gut: Das THW Gronau fährt seine Jahresabschlussübung, das Szenario ist komplett ausgedacht. In einem alten Nebengebäude soll ausströmendes Gas explodiert sein, der herumirrende Mann sucht seine Angehörigen. Der Qualm stammt aus einer Nebelmaschine, im komplett intakten Gebäude liegen zwei Übungspuppen.

Karsten Kebbedies ist Zugtruppführer beim THW Gronau und der Einsatzleiter an diesem Abend. Er erklärt die Hintergründe der Übung: „Wir wollten zum Jahresende den Ausbildungsstand unserer Helferinnen und Helfer prüfen und mit einem actionreichen Schlusspunkt in die Weihnachtspause gehen, auch zur Motivation unserer Mannschaft. Dank unserer Impfquote von 100 Prozent und zusätzlichen Corona-Tests war das jetzt noch möglich.“

Wuseliges Treiben

Als alle THW-Kräfte eingetroffen sind, herrscht wuseliges Treiben. Die Einsatzleitung richtet sich ein, Beleuchtungen werden von den Helferinnen und Helfern in blau aufgebaut. Nach nur wenigen Minuten klingt das Dröhnen eines Aufbruchhammers, kurz später kommt sogar eine Betonkettensäge zum Einsatz. Ruckzuck ist eine Öffnung durch den Klinker des Schuppens geschnitten. Zwei Hilfskräfte dringen mit Atemschutzgeräten in den Qualm vor und holen die Übungspuppen zügig aus dem Raum. Draußen strotzen die Helferinnen vor Matsch und Schweiß, strahlen aber stolz. Ina Alies erläutert die Situation im Gebäude: „Wir konnten drinnen nur vielleicht fünf Zentimetern weit gucken, mussten also alles ertasten. Wir kannten die Räumlichkeiten nicht und wussten somit auch nicht, was uns erwartet. Es war echt anstrengend, hat aber gut geklappt“.

Einsatzleiter zufrieden

Einsatzleiter Kebbedies zeigt sich zufrieden. „Dass in den ersten Monaten dieses Jahres unsere Dienstabende wegen Corona komplett ausgefallen sind, hat sich doch nicht negativ auf den Ausbildungsstand ausgewirkt. Die Kommunikation von den Führungskräften zur Einsatzleitung hat gut funktioniert.“

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