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Zum Internationalen Jugendtreffen nach Münster

Als Delegierte Zukunftsfragen im Blick

Gronau

Carlotta Haben nimmt in der kommenden Woche als Delegierte an einem internationalen Jugendgipfel in Münster teil. Eine Woche lang beschäftigt sich die Abiturientin des Werner-von-Siemens-Gymnasiums mit dem Wohnen, der Arbeit und der Mobilität der Zukunft. Unter dem Titel „Wie wollen wir leben in unseren Regionen?“ kommen in der Westfalenmetropole jeweils 15 Jugendliche aus Frankreich, Polen und Deutschland zusammen.

Von Ralph Schippers

Eine Woche lang wird sich die 18-jährige Gronauerin Carlotta Haben beim Internationalen Jugendgipfel intensiv mit dem Thema Wohnen, Arbeit und Mobilität der Zukunft beschäftigen. Foto: s

Die Stichworte lauten Tiny Houses, Coworking-Spaces oder begrüntes Wohnen: Nicht nur in Großstädten, sondern auch „auf dem Land“ entstehen neue, auf Nachhaltigkeit bedachte Wohn- und Arbeitsformen. Themen, für die sich auch Carlotta Haben interessiert. Die frisch gebackene Abiturientin des Werner-von-Siemens-Gymnasiums nimmt ab dem 24. Juli (Sonntag) als Delegierte an einem internationalen Jugendgipfel in Münster teil, der sich mit diesen zukunftsgerichteten Fragestellungen befasst. Unter dem Titel „Wie wollen wir leben in unseren Regionen?“ kommen in der Westfalenmetropole jeweils 15 Jugendliche aus Frankreich, Polen und Deutschland zusammen, um sich eine Woche lang mit dem Wohnen, der Arbeit und der Mobilität der Zukunft zu beschäftigen. Das vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) organisierte Treffen findet im Auftrag der NRW-Staatskanzlei im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks (s. Infokasten) statt und soll Jugendlichen aus den Partnerregionen Hauts-de-France, Schlesien und NRW ermöglichen, an politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Zum Abschluss sollen die in einer Zukunftswerkstatt erarbeiteten Visionen Politikerin aus den drei Partnerregionen vorgetragen werden.

Auch Anregungen für politische Arbeit vor Ort

„Ich erhoffe mir durch den Austausch mit den Jugendlichen aus den drei Regionen und das Programm auch Input, um hier in Gronau etwas bewegen zu können“, sagt die junge Frau, die politisch Interessierten durch ihre Mitarbeit in verschiedenen Gremien der Stadt bekannt ist. Nimmt sie doch als Vertreterin des Jugendschülerparlaments nicht nur regelmäßig an Ausschuss- und Ratssitzungen teil, sondern arbeitet auch in den Arbeitsgemeinschaften zum Klimaschutz- und Mobilitätskonzept mit.

Das Programm des Jugendgipfels ist breit aufgestellt: Neben Fachvorträgen erkunden die Teilnehmer die Fahrradstadt Münster unter ökologischen Gesichtspunkten und starten eine Graffiti-Aktion. Bei Exkursionen lernen sie unter anderem auf einem Alpaka-Hof Vor- und Nachteile des Landlebens kennen, und in einer Tiny House-Siedlung geht es nach einem kurzen Probe-Wohnen um innovative urbane Wohnformen. In Münster diskutieren sie mit Anwohnern der komplett autofreien Siedlung Weißenburg. Daneben gibt es auch Freizeitaktivitäten: Unter anderem steht ein interkultureller Abend, an dessen Vorbereitung die Jugendlichen selbst mitwirken, auf der Agenda.

Klar, dass Carlotta Haben angesichts dessen dem Jugendgipfel schon mit freudiger Erwartung entgegensieht. „Ich probiere gerne Neues aus“, sagt sie. Und sie ist überzeugt davon, dass die Lösung der Probleme, die Klimawandel und Umweltzerstörung mit sich bringen, nur international gelöst werden können. Da sei es interessant und hilfreich zugleich, andere Perspektiven kennenzulernen.

Dabei ist es eher dem Zufall zu verdanken, dass sie als Delegierte der 15-köpfigen NRW-Abordnung mit dabei ist. „Eine Lehrerin von mir hat in einer Teams-Gruppe einen Link gesendet, über den ich auf die Veranstaltung aufmerksam geworden bin“, berichtet die junge Frau. Als sie dann auch die Stadt auf das Thema angesprochen hat, entschloss sie sich zur Bewerbung – „obwohl meine Kernthemen Jugendhilfe und Soziales ja eigentlich weniger tangiert sind“. Ein Entschluss, der gerade noch rechtzeitig kam: Erst wenige Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist Ende Mai war die Bewerbungsmappe fertig geworden.

In großen Dimensionen denken

Obwohl es in erster Linie gilt, in größeren Dimensionen zu denken, hofft die 18-Jährige, die nach dem Abi ein Duales Studium im Bereich Verwaltung mit dem Ziel Bachelor-of-Laws anstrebt, auch für ihre politische Arbeit als Juso-Mitglied vor Ort etwas mitnehmen zu können. Was kann dazu beitragen, Jugendliche in Gronau zu halten und sie nicht mit oder nach der Ausbildungsphase abwandern zu lassen? Es gebe viele gute Ansätze, aber auch noch ebenso viele Defizite, sagt Carlotta Haben und nennt unter anderem fehlende Club-Angebote für junge Menschen, ein noch immer lückenhaftes ÖPNV-Angebot, fehlende Fahrradfreundlichkeit oder auch ein Mangel an (Stadt-)Grün. Die 18-Jährige freut sich auf eine spannende Woche mit vielen neue Eindrücken.

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