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Verbraucherzentrale startet Aktion „Steck die Sonne ein!“

Auch Mieter können profitieren

Gronau

Regenerative Energieerzeugung liegt im Trend. Es müssen dabei nicht immer gleich die großen Anlagen sein. Auch Mieter können beispielsweise mit „Balkonkraftwerken“ einen Teil ihrer Stromkosten dauerhaft senken und der Umwelt dienlich sein.

wn

Es müssen nicht zwingend die großen Anlagen auf dem Dach sein, mit denen ein Beitrag zur Energieeinsparung geliefert werden kann. Foto: dpa

Auf sonnigen Balkonen können Gronauer nicht nur die Seele baumeln lassen oder Tomaten anpflanzen, sondern nebenbei auch Strom erzeugen. Mit sogenannten Stecker-Solargeräten könnten viele der rund 10 000 Haushalte in den Mehrfamilienhäusern der Stadt Gronau eigene Energie gewinnen – und zwar auch Mieter, nicht nur Eigentümer.

Chance für rund 10 000 Gronauer Haushalte

Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW in ihrer aktuellen Aktion „Steck die Sonne ein!“ hin. „Die kleinen Kraftwerke werden meist an der Balkonbrüstung angebracht und liefern sauberen Strom direkt in die Wohnung. Das schont das Klima und senkt die Stromrechnung“, sagt Elke Liening, Leiterin der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Gronau.

Elke Liening

„Technisch ist das denkbar einfach: Gerätestecker in die Außensteckdose einstecken – fertig!“, erklärt sie. Trotzdem sind ein paar Punkte zu beachten. Zum Stecker-Solargerät gehören ein oder zwei Photovoltaikmodule, die meist ein Meter mal 1,70 Meter groß sind und bis zu 20 Kilogramm wiegen. Deshalb ist eine sichere Befestigung unerlässlich, wie Liening betont. Wichtig zudem: Mieter und Wohnungseigentümer benötigen vor der Montage das Einverständnis des Vermieters beziehungsweise der Eigentümerversammlung.

Die kleinen Stromerzeuger haben entweder einen üblichen Schutzkontaktstecker, wie man ihn etwa von Staubsaugern oder Wasserkochern kennt. Oder sie nutzen einen speziellen Einspeisestecker. Dafür muss ein Fachbetrieb eine passende Steckdose montieren. Generell vorgesehen ist, dass der Stromkreis auf seine Eignung für die Einspeisung geprüft wird.

Bis zu 200 Kilowattstunden im Jahr

An einer schattenlosen Südfassade erntet ein übliches 300-Watt-Modul jährlich etwa 200 Kilowattstunden. Diese Energie würde aus dem Netz heute durchschnittlich 54 Euro kosten. Die Investition von 350 bis 500 Euro kann sich also nach sechs bis neun Jahren rechnen, wenn es gelingt, den Strom komplett im Haushalt zu verbrauchen. Dabei hilft es, zum Beispiel die Wasch- oder Spülmaschine tagsüber zu nutzen, wenn die Solarmodule Energie produzieren. Ein wenig formaler Aufwand fällt für Stecker-Solargeräte nur zum Start an. „Leider bleiben diese Strom erzeugenden Haushaltsgeräte bislang noch nicht ganz von Bürokratie verschont“, erklärt Liening. Eine Genehmigung ist zwar nicht nötig, doch zwei Anmeldungen sind vorgeschrieben: online im sogenannten Marktstammdatenregister und schriftlich beim örtlichen Netzbetreiber. Einen vereinfachten Musterbrief für die Meldung beim Netzbetreiber bietet die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie online unter www.pvplug.de/meldung an.

Mehr Informationen unter www.verbraucherzentrale.nrw/steckersolar. Eine Anmeldung für Beratungen ist möglich unter Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Gronau 02562-608 696 01 oder 0211 33 996 555 und www.verbraucherzentrale.nrw/steckersolar.

Die Aktion „Steck die Sonne ein!“ findet statt im Rahmen des Projekts Energie 2020 der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

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