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Ehrenamtsfahrt

Auf heißem Berliner Pflaster

Gronau/Berlin

Viele Menschen engagieren sich in Sportvereinen. Auch Vorwärts Epe ist auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Für ihren Einsatz im Verein ehrte jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete acht Bürgerinnen und Bürger mit einer Einladung nach Berlin.

wn

Die Berlinreisenden aus Epe mit ihrer Gastgeberin, der Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer (4.v.r.), vor dem Reichstagsgebäude. Foto: Büro Arndt-Brauer

Bei heißem Hauptstadtwetter und bester Stimmung absolvierten die Gronauer ein spannendes Programm bei freier Fahrt, Hotelunterkunft und Verpflegung. Nicht nur Gedenkstätten, sondern auch das Willy-Brandt-Haus, die SPD-Parteizentrale in Kreuzberg, standen auf dem Programm. Eine Stadtrundfahrt sowie ein Ausflug nach Potsdam und einer Schifffahrt auf dem Wannsee gefielen der Gruppe gut.

Ein Abstecher zu ihrer Gastgeberin Arndt-Brauer ins Paul-Löbe-Haus an der Spree rundete den Aufenthalt ab. Hier tauschten sich die Gäste mir der Finanzexpertin aus und ließen sich mit ihr vor dem Reichstagsgebäude fotografieren, bevor es in das historische Gebäude ging. Hier hatten die Eperaner einen fabelhaften Blick von der Dachterrasse und Glaskuppel auf das sommerliche Berlin.

Besonders betroffen zeigte sich die Gruppe bei der Führung in dem ehemaligen Zentralen Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Militärspionageabwehr in Potsdam an der Leistikowstraße. 1945 ging der von Deutschland entfachte und insbesondere in Osteuropa brutal geführte Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Im Gefolge der Roten Armee gelangten mehrere sowjetische Geheimdienste nach Deutschland, unter ihnen die sowjetische Militärspionageabwehr. Dieser Geheimdienst hatte die Aufgabe, die sowjetischen Streitkräfte vor inneren und vor äußeren Feinden zu schützen. Er war für die politische Überwachung der Armeeangehörigen sowie die Abwehr von nachrichtendienstlichen Aktivitäten westlicher Geheimdienste gegen die in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR stationierte Sowjetarmee verantwortlich.

Dazu wurden alle Armeeobjekte und -angehörigen, die Bewohner militärischer Siedlungen sowie deutsche Zivilbeschäftigte und Deutsche, die Kontakte zu solchen Personen hatten, beobachtet. Bereits im Spätsommer 1945 wurden hier Menschen inhaftiert. Bis 1955 wurden vor allem Bürger der Sowjetunion, zahlreiche Deutsche und vereinzelt Personen anderer Nationen festgehalten. Die Gefangenen litten unter Hunger, Kälte, Isolation und mangelnder Hygiene. Unter Anwendung von Gewalt, Schlafentzug, Karzerhaft und stundenlangen Verhören zermürbten die sowjetischen Vernehmer die Häftlinge und erzwangen auf diese Weise Geständnisse. Sowjetische Militärtribunale verurteilten die Gefangenen anschließend zu langjährigen Haftstrafen oder sogar zum Tode. Die Nutzung als Geheimdienstgefängnis endete erst mit dem Zerfall des sowjetischen Geheimdienstes KGB im Jahr 1991. Seit 2012 informiert eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Ortes und die mit ihm verbundenen Schicksale.

Nachdenklich, aber auch inspiriert durch viele spannende und interessante Programmpunkte, fuhr die Gruppe wieder von der Spree an die Dinkel.

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