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Digitalisierung der Schulen

Auf in die Zukunft – aber wie?

Gronau

Die Digitalisierung soll endlich stärker Einzug halten in die Gronauer Schulen. Dazu braucht es neben der technischen Ausstattung aber auch fachkundiges Personal. Der Stadtrat fasste am Mittwochabend dazu einige Beschlüsse.

Frank Zimmermann

Dieses E-Motorrad kommt größtenteils aus einem 3D-Drucker. Die UWG-Fraktion hat im Rat beantragt, (junge) Gronauer möglichst früh mit der 3D-Druck-Technologie in Kontakt zu bringen. Foto: NOWlab/BigRep GmbH

Im IT-Service der Stadt werden zwei neue, unbefristete Vollzeitstellen geschaffen. Die neuen Mitarbeiter sollen die Schulen bei der Einrichtung und Administration ihrer IT-Ausstattung unterstützen und auch Lehrerinnen und Lehrer in Umgang mit den Geräten schulen. Die Ratsmitglieder haben in der jüngsten Sitzung die Einrichtung der Stellen einstimmig beschlossen.

Ob zu den Geräten an den Schulen dann auch 3D-Drucker gehören werden, wurde im Rat dagegen nicht entschieden. Die UWG-Fraktion hatte beantragt, der Rat möge die Anschaffung solcher Geräte für jede weiterführende Schule und die Stadtbibliotheken beschließen. Der 3D-Druck sei, so die UWG, eine Schlüsseltechnologie der digitalen Revolution. Junge Menschen im Umgang mit diesen Geräten zu schulen, trage deshalb zur Zukunftsfähigkeit Gronaus bei. Außerdem könne die Stadt die Gunst der Stunde nutzen, dass es zurzeit aufgrund der Corona-Pandemie viele Förderprogramm für die Digitalisierung der Schulen geben, argumentierte Jörg von Borczyskowski, UWG-Fraktionsführer.

Der Antrag stieß bei den anderen Fraktionen und Ratsmitglieder allerdings auf wenig Gegenliebe. Marita Wagner (Linke) äußerte die Sorge, die Schulen könnten durch die Anschaffung immer neuer Geräte überfordert werden. Deshalb solle doch erst mal bei den Schulen ein etwaiger Bedarf abgefragt werden. Der Schulausschuss könne sich dann des Themas annehmen. Das unterstützte auch Margot Brügger (SPD). Sie sagte, das Geld solle man lieber in die flächendeckende Versorgung der Schülerschaft mit Tablets investieren. Sie wertete die Tatsache, dass es bereits einen 3D-Drucker an einer Gronauer Schule geben, „der aber gar nicht genutzt wird, sondern irgendwo verstaubt“, als Indiz dafür, dass der Bedarf vielleicht nicht so groß sei. Sebastian Laschke (CDU) betonte, dass es nicht bei der Anschaffung neuer Geräte bleiben dürfe, sondern auch die qualifizierte Nutzung und Betreuung sichergestellt werden müsse. Gabi Drees (fraktionslos) bezeichnete 3D-Drucker gar als „nettes Spielzeug, das aber nicht wirklich gebraucht wird“.

Leuchtende Augen hatte ob des UWG-Antrags Stefan Strestik (Pro Bürgerschaft/Piraten). „Damit wären wir ziemlich weit vorne“, sagte er über den Einsatz der 3D-Drucker. Er plädierte dafür, die Geräte anzuschaffen. Dann würden sich in den Schulen schon Menschen finden, die auch damit arbeiten wollen. Udo Buchholz (fraktionslos) regte an, bei einer eventuellen Anschaffung auch das Driland-Kolleg und das Missionsgymnasium Bardel zu bedenken.

Eine Mehrheit einigte sich schließlich auf die Vorschläge von Marita Wagner: Der „neue“ Schulausschuss soll das Thema beraten, die Verwaltung den Bedarf bei den Schulen abfragen und mögliche Fördertöpfe ausfindig machen.

Und – auch das hat der Rat beschlossen – im neuen, nach der Kommunalwahl gebildeten Schulausschuss werden dann auch Vertreter der Schulen als beratende Mitglieder über das Thema mitdiskutieren.

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