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Verleihung der Stadtplakette

Ausgezeichnetes Engagement

Gronau

Mit warmen Worten hat Bürgermeisterin Sonja Jürgens am Dienstagabend die Empfänger der Stadtplakette bedacht. Bernd Ahlers, Helmut Brüffer und Edmund Grundmann (stellvertretend für die CVJM-Musikgruppe „Wegweiser“) erhielten die Auszeichnung im Kreise vieler Ratsmitglieder und Gäste.

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Mit warmen Worten hat Bürgermeisterin Sonja Jürgens am Dienstagabend die Empfänger der Stadtplakette bedacht. Bernd Ahlers, Helmut Brüffer und Edmund Grundmann (stellvertretend für die CVJM-Musikgruppe „Wegweiser“) erhielten die Auszeichnung im Kreise vieler Ratsmitglieder und Gäste. Die Bürgermeisterin hob das außergewöhnliche Engagement der Geehrten hervor. Sie betonte die enorme Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft. „Wenn wir alles professionalisieren müssten, wäre unsere Gesellschaft sehr viel schlechter dran“, zitierte Jürgens Bundeskanzlerin Merkel. Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge entspreche die Arbeit von Freiwilligen in Deutschland etwa 1,5 Millionen „Vollzeitbeschäftigungseinheiten“. Jürgens gab zu bedenken: „Wie emotional kälter wäre es in unserer Gesellschaft ohne die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die sich in Vereinen und Organisationen an unterschiedlichster Stelle für das Funktionieren dieser Einrichtungen einsetzen, eigene Interessen zurückstellen und in einem Klima der Solidarität dafür sorgen, dass der Bevölkerung eine breite Palette sozialer, sportlicher, kultureller oder politischer Angebote offensteht.“

Bernd Ahlers, den Vorsitzenden des Kneipp-Vereins Gronau, bezeichnete die Bürgermeisterin in ihrer Laudatio als „nimmermüden Vereinsmanager, ein Aushängeschild par excellence.“

Vor 22 Jahren war der Kneipp-Verein mit nur neun Mitgliedern gegründet worden, darunter Ahlers. Seinerzeit zählte man 75 Besucher bei den Kneipp-Aktivitäten. „Heute ist der Verein ein moderner Dienstleistungsverein mit jährlich 2500 Besucherkontakten, 1700 Kursteilnehmern und 360 Mitgliedern.“ Ahlers sei es zudem gelungen, zahllose Kooperationspartner für die Projekte und Kurse des Kneipp-Vereins zu gewinnen. Ahlers als „Visionär und Antreiber, Macher und Organisator“ habe erkannt, dass die positiven Effekte des Bewegens im Zuge des demografischen Wandels an Bedeutung gewinnen, und diese Erkenntnis für den Verein genutzt.

Ahlers selbst gab die Lorbeeren weiter an sein „Beziehungsgeflecht“, dem es zu verdanken sei, dass der Kneipp-Verein in Gronau zu einer gesellschaftlichen Größe geworden sei. Und er dankte Gott dafür, „dass er mir eine Schippe Managementtalent mitgegeben hat“.

Helmut Brüffer, so Sonja Jürgens, war in einem Interview mit den Westfälischen Nachrichten gefragt worden, was ihn dazu antreibe, verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeiten im Bereich des Kleingartenwesens zu übernehmen. „Er hat geantwortet: ,Mein Grundsatz war schon immer: Einer muss es ja machen!‘“ In Brüffers Fall sei der Aufwand jedoch beispielhaft und immens: Seit 26 Jahren steht er dem Kleingartenverein (KGB) Ostland vor. „Sie sehen den KGV Ostland nicht als abgeschlossenes Areal, in dem möglichst schmucke Parzellenanlagen für sich sind. Vielmehr ist es Ihnen ein Bedürfnis, das Kleingartenwesen aus einer modernen Perspektive einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und zugänglich zu machen.“

Bereits bei der Landesgartenschau hatte Brüffer eine „Kleingartenparzelle“ mit Schaulaube und kleinem Obst- und Gemüsegarten angelegt. „Ein besonders gelungener Beitrag“, so Jürgens.

Auch der Lerngarten des KGV Ostland gehe auf Brüffers Initiative zurück. Schulen, interessierte Bürgergruppen und Senioren der Gronauer Alteneinrichtungen können sich dort informieren. „An Einfällen, wie die Attraktivität weiter gesteigert werden kann, mangelt es Ihnen nicht. Ob Bienenhof oder eine Bücherei für Kleingärtner – Ihre Kreativität ist bemerkenswert.“ Zudem habe sich „Ostland“ zu einem Ort des Miteinanders unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen entwickelt, lobte die Bürgermeisterin.

Auch Brüffer wies auf die Wichtigkeit seiner vielen Mitstreiter hin: „Wenn ich die alle hätte einladen dürfen, wäre die Bürgerhalle zu klein gewesen.“ Ohne sie wären seine Ideen nicht verwirklicht worden. Brüffer dankte namentlich seiner Frau, die sein Engagement stets unterstützt habe.

Stellvertretend für die CVJM-Musikgruppe „Wegweiser“ nahm Edmund Grundmann die Stadtplakette entgegen. Die Gruppe war 1979 entstanden, um ihre christlich geprägte Musik auch über die Vereinsgrenzen hinaus zu präsentieren.

Die thematische Orientierung am Glauben blieb stets der Schwerpunkt des musikalischen Schaffens. 1987 nahmen die Gruppenmitglieder am evangelischen Kirchentag in Frankfurt teil – ein voller Erfolg, der sie bestärkte, sich weiter in diese Richtung zu engagieren. Entsprechend folgten weitere Teilnahmen an Kirchentagen. Als ein Highlight sehen die „Wegweiser“ den kurzfristig angesetzten Auftritt zur Weihnachtszeit in der Gronauer Innenstadt im Jahre 1990 an, erinnerte die Bürgermeisterin. Damals wurden bei winterlicher Kälte für die Russlandhilfe 2000 Mark eingespielt.

Vor allem zur Weihnachtszeit studierten die „Wegweiser“ zahlreiche Stücke ein und führten sie in Seniorenheimen, Krankenhäusern, Kirchen und auf dem Weihnachtsmarkt auf. Das Singspiel „Ich bin ich und du bist du“ wurde auch auf der Kinderkrebsstation der Uni-Klinik Münster gespielt. „Eine auch emotional große Herausforderung“, sagte Jürgens.

25 Musiker waren seit der Gründung der Gruppe aktiv. In den vergangenen 20 Jahren ist die personelle Besetzung relativ konstant geblieben. Derzeit gehören ihr folgende Künstlerinnen und Künstler an: Birgit Gros (Keyboard/Gesang), Martina Averbeck (Gitarre/Gesang), Anke Lösch (Gitarre/Gesang), Sebastian Eichner (Keyboard), Michael Timmermann (Gesang), Eddi de Vrede (Bass) und Edmund Grundmann (Percussion/Gesang). Edmund Grundmann ist als einziges Gründungsmitglied noch aktiv.

Grundmann nutzte die Gelegenheit, für die „Wegweiser“ Werbung zu machen: „Am nächsten Sonntag spielen wir im Gottesdienst im Paul-Gerhardt-Heim“, sagte er. Und schätzte, dass die Gruppe so lange Musik macht, bis sie 50 Jahre alt wird. . .

Für die musikalische Gestaltung der Feierstunde im Rathaus sorgte Gerd Mauerer an der Gitarre.

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