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Nach Unfall auf B 54 im Mai

„Lebensqualität ist beeinträchtigt“

Gronau

Vor fünf Monaten wurde eine Lärmschutzwand an der B 54 beschädigt. Seitdem dringt der Straßenlärm ungefiltert in Garten und Haus von Rudolf Heise und Annemarie Schimmeroth. Straßen-NRW will für Abhilfe sorgen, doch das Verfahren dauert.

Bild vom Unfall im Mai diesen Jahres: Der beteiligte Lkw hat die Leitplanke durchstoßen und die Schallschutzwand aufgebrochen. Foto: bsch

Nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für die Anwohner hatte der schwere Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 54 Ende Mai diesen Jahres in Höhe der Ab-/Auffahrt Gronauer Straße Folgen: Denn fast fünf Monate später ist die dabei durch einen Lkw beschädigte Schutzwand, die die Bewohner des Groter Kamp vor dem Verkehrslärm der viel befahrenen Schnellstraße schützen soll, nicht wiederhergestellt. Auf rund 20 Metern klafft in Höhe der Auffahrt in Richtung Niederlande nach wie vor ein Loch.

„Der damit einhergehende zusätzliche Lärm beeinträchtigt uns erheblich in unserer Lebensqualität“, sagt Anwohner Rudolf Heise. „Das macht einen enormen Unterschied zu vorher“, ergänzt seine Frau Annemarie Schimmeroth. Der Straßenlärm dringe tief ins Haus vor, selbst im Schlafzimmer sei das Brummen von der Straße zu hören. Eine Nutzung des Gartens sei im Sommer nicht möglich gewesen, da die Straße nur wenige Meter von ihrem Grundstück verläuft.

Straßen-NRW antwortet nicht

Warum dauert die Reparatur so lange? Man könne doch davon ausgehen, dass eine Versicherung für den Schaden aufkommt, so das Ehepaar, das sich hilfesuchend an die Redaktion der WN gewandt hat, nachdem ihre schriftliche Anfrage beim Straßenbaulastträger Straßen-NRW und auch ein nochmaliger Anlauf über die Stadt mit einer Weiterleitung ebenfalls an Straßen-NRW unbeantwortet blieben.

Nach einer Anfrage der Redaktion über die Pressestelle lautet die Antwort der Straßenbaubehörde wie folgt: „Zunächst einmal bitten wir um Entschuldigung für die ausbleibende Reaktion auf die Anfragen der Anwohner. Wir haben vollstes Verständnis für deren Anliegen und arbeiten daran, die Lärmschutzwand zu ersetzen. Allerdings stellt sich das Verfahren nicht ganz so einfach dar – sowohl aus technischer Sicht als auch aus organisatorischer Sicht.

Aufwendige Reparatur

Die Anwohner vermuten richtig, dass es sich hier um einen Versicherungsschaden handelt. Der Kontakt mit der Versicherung besteht, in der Abstimmung sind aber einige Schritte zu gehen, da es sich um einen doch recht großen Schaden handelt.

Bei dem Unfall sind nicht nur die Wandelemente, sondern aufgrund der Wucht des Aufpralls auch die Unterkonstruktion (Stützen und Fundamente) beschädigt worden. Für die Gründung müssen mehrere Bohrpfähle neu gesetzt werden. Zudem besteht die vorhandene Wand aus Elementen, die so nicht mehr eingesetzt werden, sodass eine Alternative gefunden werden muss. Dies erfordert vor der eigentlichen örtlichen Schadensbeseitigung einen umfassenden Planungsaufwand.

Externes Ingenieurbüro wird beauftragt

Für die planerische und technische Bearbeitung bis zur Abnahme der fertigen Bauleistung wird ein externes Ingenieurbüro beauftragt. Ein entsprechend vorliegendes Angebot muss noch von der Versicherung freigegeben werden. Wir sind also aktiv, um den Lärmschutz für die Anwohner schnellstmöglich wieder herzustellen. Aufgrund der geschilderten Hintergründe wird es allerdings entsprechend Zeit in Anspruch nehmen, bis Ersatz geschaffen ist.“

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