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SPD und Grüne drängen auf greifbare Ergebnisse in Arbeitskreis

„Bauland zum Festpreis“

Grona

Dass vor Ort Wohnraum benötigt wird, das ist allen Vertretern in Politik und Verwaltung klar. Wie und in welcher Form Wohnraum in Gronau geschaffen werden soll, darüber besteht allerdings Diskussionsbedarf. Mit diesem Themenkomplex beschäftigen sich die in der Dinkelstadt Verantwortlichen schon seit einigen Jahren – derzeit vor allem hinter verschlossenen Türen in einem eigens ins Leben gerufenen Arbeitskreis, der am heutigen Donnerstag wieder tagen wird.

Guido Kratzke

Damit sich Foto: Klaus Meyer

. Für Gaby Drees und Inanna Gruner (Bündnis 90/Die Grünen) und Norbert Ricking (SPD) sollte die Zeit des ausschließlichen Diskutierens langsam zur Ende gehen. Sie wollen, dass das Ergebnis aus dem Arbeitskreis in die Ausschussarbeit eingebracht und möglichst schnell vom Rat verabschiedet wird. Damit wollen sie den Problemstellungen begegnen, dass es ihrer Meinung nach vor Ort aktuell zu wenige kleine und bezahlbare Wohnungen gibt und die Grundstücke für den Einfamilienhausbau auch zu teuer sind.

Rückblick: Im Dezember 2019 wurde von der Gronauer Kommunalpolitik der Beschluss gefasst, ein Konzept zum Thema Wohnbaulandentwicklung als strategische Aufgabe im Mai 2020 erstmals vorgelegt. „Ganz ordentlich“, beschreibt Ricking den Entwurf, der nach der Kommunalwahl in einer Arbeitsgruppe diskutiert werden sollte. Bis das erste Treffen stattfand, wurde es allerdings Februar dieses Jahres.

Gaby Drees (Bündnis 90/Die Grünen)

„Das, was in diesem Papier zusammengefasst wurde, stellt aus unserer Sicht schon einen Kompromiss dar“, erklärt Gaby Drees. In einigen Fragen würden bei der Festlegung schon Werte aufgerufen, die aus ihrer Meinung nach ganz klar am unteren Rand dessen angesiedelt seien, was für die Grünen verhandelbar sei. „Es droht sonst eine Gefahr der Verwässerungen“, mahnt Gruner.

Großen Wert legen die Vertreter beider Parteien auf die Feststellung in dem Entwurf, dass Gewinne nicht privatisiert werden sollen, während Kosten sozialisiert werden. „Das Gronauer Konzept könnte auch ein guter Anfang bei der Baulandvergabe sein“, ruft Gruner in Erinnerung, dass ein Punktesystem dort für eine sozial gerechtere Baulandzuteilung die Grundlage bieten könne.

Norbert Ricking (SPD)

Für Ricking ist auch wichtig, dass mit dem Grundsatzbeschluss auch Klarheit für Investoren geschaffen werde. Das schaffe in den Verfahren Transparenz. Komme es zu Abweichungen zu den grundsätzlichen Beschlüssen, dann müsse dies klar und deutlich begründbar sein. „Bauland zum Festpreis“ könne es beispielsweise für junge Familien zukünftig in Gronau heißen. „Das eigene Haus wird für junge Familien immer schwerer bezahlbar“, ruft der Sozialdemokrat die in den vergangenen Jahren gestiegenen Grundstückspreise in Erinnerung, die mit steigenden Baukosten einhergehen und so trotz aktuell niedrigen Zinsen ein großes Investitionshemmnis darstellen.

„Die Ergebnisse aus der Pestel-Studie sind uns allen bekannt“, erinnert Gruner an die Erkenntnisse des Wohnmonitors und den daraus herleitbaren Forderungen nach zusätzlich benötigtem Wohnraum. „Es geht auch darum, langfristig günstigen Wohnraum in Gronau zur Verfügung zu haben.“

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