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Auch als Mahnung gegen den Krieg

Befreiungstag: Kirchenglocken läuten heute

Gronau/Epe

In Gronau und Epe läuten am Donnerstag sowie am Sonntag jeweils von 8 bis 8.15 Uhr Kirchenglocken. Die Glocken sollen in ökumenischer Verbundenheit und über Landesgrenzen hinweg an beiden Tagen auf die Befreiung vom Nationalsozialismus aufmerksam machen.

Foto: Axel Roll

Grausamkeit, Unterdrückung, Gewalt, Terror und Krieg, Leid und Elend, verursacht durch ein Regime des Bösen und des Unheils in Deutschland, fanden vor 77 Jahren ein Ende. Zunächst am 5. Mai 1945 für die Niederlande, dann am 8. Mai 1945 auch für Deutschland. „Und das war und ist gut“, schreibt Pfarrer Uwe Riese von der Ev. Kirchengemeinde Gronau. Entsprechend erklingen die Glocken, um alle daran zu erinnern, wie befreiend das damals war und wie kostbar Frieden grundsätzlich ist.

Befreiung vom Nationalsozialismus

Gegenwärtig komme hinzu, dass in Europa wieder Krieg ist. Seit Februar muss sich die Ukraine einer inhumanen russischen Aggression widersetzen. „Ein ganz trauriges Beispiel, das aufzeigt, dass ein paar ,finstere Gestalten‘ mit wenig Respekt vor dem Leben anderer gewaltsam mehr als fragwürdige Interessen durchzusetzen versuchen. Bestürzend ist, dass bisweilen mit dem barbarischen Einsatz von Massenvernichtungswaffen gedroht wird“, so Riese.

Die läutenden Glocken mahnen zu Besonnenheit auf Frieden und gewaltfreie Konfliktlösung. „Vernünftige Menschen sollten per se immer in der Lage sein, konstruktiv den Dialog auf Augenhöhe zu suchen und in einer solch hochsensiblen Situation gut überlegt zu sprechen und zu handeln. Zur Friedensmission gibt es keine Alternative; allein hier werden ,Heldinnen und Helden“ des Lebens geboren, die der Welt Gutes tun.“

„Denn“, so Riese weiter, „aus Sicht aller großen Religionen: Gott ist ein Gott des Friedens, der Versöhnung, der Liebe und Barmherzigkeit! Wer meint, dass Gott Freude an Leid und Schmerz, an Gewalt, Terror und Krieg, an Zerstörung seiner Schöpfung hat, der irrt! Als Schöpfer des ganzen Universums hat Gott sein ganzes Schöpfungswerk liebevoll im Blick; er ist keine schlichte Nationalgottheit und erschöpft sich nicht in konfessionsgebundener Theologie. Diese Offenheit und Weite im Denken, Fühlen und Handeln dürfte heutzutage eigentlich unbestritten sein!?“, schreibt der Pfarrer

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