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„Bufdis“ am St.-Agatha-Domizil

Beziehungsarbeit in allen Belangen

Epe

Auf eine besondere Möglichkeit, in Pflegeberufe hineinzuschnuppern, hat das St.Agatha-Domizil in Epe aufmerksam gemacht. Dort wird um Bufdis geworben, die einen solchen Dienst als Berufsorientierung nutzen wollen. Es sei wichtig, über die Arbeit in Altenheimen zu reden.

Erhard Kurlemann

Hausleiterin Anja Doetkotte und der Leiter des Sozialen Dienstes, Seelsorger Friedhelm Harmeling, freuen sich über Luca Möller und Marec Sommer (l.). Luca hat seine Zeit als Bufdi fast hinter sich gebracht, Marec beginnt in Kürze. Foto: Erhard Kurlemann

Luca Möller hat in wenigen Wochen seinen Bundesfreiwilligen-Dienst im St.-Agatha-Domizil in Epe beendet. Dann beginnt der 20-Jährige eine Ausbildung in der Krankenpflege. Als Bufdi hat er festgestellt, dass ihm die Arbeit mit den alten Menschen sehr viel Spaß macht. Marec Sommer wird in wenigen Tagen 16. Er wird dann seine Arbeit als Bufdi antreten.

„Es ist toll, wenn jungen Menschen in diesen Bereich hineinschnuppern. Sie sind dann alles Multiplikatoren“ freut sich Friedhelm Harmeling. Der Seelsorger ist Leiter des Sozialen Dienstes. Die Arbeit als Bufdi diene auch der beruflichen Orientierung. Und es gehe auch darum, Vorurteile in dem Berufsfeld abzubauen.

„Es ist wichtig zu erzählen, was sich in einem Altenheim abspielt“, sagt Hausleiterin Anja Doetkotte. Er habe sich die Arbeit nicht so lustig vorgestellt, fällt ihr Luca Möller fast ins Wort. Er habe zunächst überlegt, Maler zu werden, sei dort aber nicht wirklich zufrieden gewesen. Seine Mutter arbeitet im Dorotheenhof und habe ihn mal mitgenommen. Dort habe er dann einige Tage hospitiert, fand das Arbeitsfeld „sehr interessant“ – und hat sich entschieden, in den Pflegebereich zu wechseln.

Inzwischen hat er das Gefühl, „für den Job geboren zu sein“. Er schätze das unmittelbare Feedback. Nach einer Rückkehr aus einem Urlaub sei er begrüßt worden mit den Worten „Schön, dass Sie wieder da sind. Ich habe Sie bereits vermisst.“ Es motiviere ihn jeden Tag neu, „abends zu wissen, was man getan hat“. Diesen Respekt erlebe er auch, wenn er von seiner Tätigkeit im Freundkreis erzähle.

Anja Doetkotte ergänzt, dass Offenheit wohl die Grundvoraussetzung für die Arbeit in der Altenhilfe sei. Es handele sich um „Beziehungsarbeit in allen Belangen.“ Friedhelm Harmeling gibt ein Beispiel: „Alt werden kann auch eine große Herausforderung sein“, betont er und verweist etwa auf Krankheiten. Es gebe in der Arbeit Freud und Leid. „Aber Begegnung kann auch trösten.“

Den Bundesfreiwilligendienst gibt es seit 2011. „Vorher hatten wir fünf oder sechs Zivildienstleistende“. Der Unterschied liegt auf der Hand: Ein Bufdi kommt freiwillig; Zivildienstleistende wurden in der Regelzugewiesen. Bisher haben etwa sechs Bufdis ihren Dienst im St.-Agatha-Domizil abgeleistet.

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