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Bürgerverein Dinkelaue will einen Vorgarten umwandeln lassen

Blühende Flächen statt grauer Schotter

Gronau

Schottergärten – ist das nicht schon ein Widerspruch an sich? Der Bürgerverein Dinkelaue jedenfalls will solche grauen Wüsten in grüne Biotope verwandeln. Dazu rufen die Akteure jetzt einen kleinen Wettbewerb aus.

wn

Schottergärten wie dieser dürfen in vielen Wohngebieten gar nicht mehr angelegt werden. Auch dem Bürgerverein Dinkelaue sind derartige graue Anlagen ein Dorn im Auge. Der Verein möchte demonstrieren, wie man aus einem Schottergarten einen grünen Vorgarten macht. Foto: dpa

Asphalt, Steine, Schotter, kahle, nackte Hausfronten bestimmen immer häufiger das Straßenbild – was den Mitgliedern des Bürgervereins Dinkelaue so gar nicht gefällt. Der Verein möchte darum an einem Beispiel demonstrieren, wie aus einem grauen Schottergarten ein attraktives, lebensbejahendes kleines Biotop wird.

Schon 2012 hatte der Verein mit dem Fotowettbewerb „Mehr Grün in die Vorgärten“ auf den sichtbar zunehmenden Trend reagiert, Vorgärten als Schotter- oder Kiesflächen zu gestalten bzw. umzuwandeln. Es gab Preise für gut gestaltete Vorgärten, und im Frühjahr 2013 wurden großformatige Fotos in der FBS Gronau ausgestellt.

Im Kontrast dazu gab es Fotos von Schotter- und Kiesgärten zu sehen: ohne blühende Pflanzen, die als Nektarlieferant für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge dienen. Ohne beerentragende Sträucher und Gehölze als Nahrungsquelle für Vögel. Ohne Photosynthese der Laubblätter, die Sauerstoff produzieren und den Feinstaub der Straße binden. Ohne kühlenden Schatten im Sommer fürs Haus – stattdessen aufgeheizte Steinflächen im Sommer.

Schottergärten gelten zwar als pflegeleicht, modisch und chic, geraten aber in jüngster Zeit immer stärker in Verruf. In vielen Städten und Gemeinden – besonders in Neubaugebieten – dürfen sie nicht mehr angelegt werden.

Nun möchte der Bürgerverein Dinkelaue einen Schottergarten in Gronau oder Epe in einen grünen Vorgarten umwandeln. Für eine finanzielle Unterstützung der Kosten können sich Interessierte mit einem Foto beim Bürgerverein bewerben unter vorstand@buergerverein-dinkelaue.de. Die Größe des umzugestaltenden Vorgartens sollte rund 20 Quadratmeter nicht überschreiten. Unter den eingegangenen Bewerbungen wird ein Schottergarten ausgelost. An ihm wird beispielhaft die Umwandlung durch eine Gartenbaufirma vorgenommen und außerdem dokumentiert (Fotos vorher – nachher).

Die Begrünung erfolgt beispielsweise mit blühenden Bodendeckern, bienenfreundlichen Stauden, Gräsern und beerentragenden Sträuchern. Im Vergleich zu den „beerdigten“ Schottergärten lassen grüne Vorgärten wieder die Jahreszeiten erleben. „Sie sind ein gutes Stück Natur, nicht nur für Insekten und Vögel, sondern auch eine Visitenkarte des Hauses. Sie geben nicht nur dem Haus, sondern einer Straße, einem Wohngebiet ein Gesicht“, wirbt der Verein um Bewerber.

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