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Trecker-Corso der Landwirte

Bunt-blinkende Traktoren ziehen Blicke auf sich

Gronau/Epe

Mit einer besonderen Aktion haben Landwirte in Gronau und Epe für Aufsehen gesorgt. Gleichzeitig machten sie auf ihre Lage aufmerksam.

Angelika Hoof

Michael Verst, Johannes Schultewolter und Josef Krefter organisierten den Trecker-Corso. Foto: Angelika Hoof

Es ist ruhig auf den Straßen in Gronau und Epe am frühen Samstagabend. Das ändert sich, als 20 Gronauer und Eper Landwirte den Startschuss für einen dreistündigen Trecker-Corso geben. Liebevoll mit bunten, blinkenden Lichterketten geschmückt, stimmen die mit Geschenken, Tannenbäumen und Weihnachtsmännern dekorierten Gefährte – ein Exemplar schöner als das andere – die Beobachter auf die ungewöhnliche Weihnachtszeit ein.

Bunt beleuchtet und mit Weihnachtsmusik untermalt, schlängeln sich die Trecker unter Polizeieskorte über grüne und rote Ampeln hinweg durch die Stadt. Von kleinen Hupkonzerten werden sie hier und da begleitet, denn die Traktoren bieten eine wahre Augenweide. Über die Otto-Straße, die Ochtruper Straße, das Antoniushospital, den Wittekindshof und das Lukaskrankenhaus führt der Umzug zur Vereins- und Eper Straße, an den Eper Altenheimen vorbei und endet schließlich an der Füchter Straße.

"Sperren uns nicht gegen strengere Auflagen"

„Mit unserer Aktion möchten wir uns bei allen bedanken, die uns durch ihren Einkauf in diesem Jahr unterstützt haben. Zugleich soll noch einmal auf unsere derzeitige Situation aufmerksam gemacht werden. Druck seitens der Bundespolitik gepaart mit Vorwürfen machen die Arbeit auf den Höfen nicht einfach“, so Josef Krefter, Johannes Schultewolter und Michael Verst, die die Aktion des „Land schafft Verbindung NRW e.V.“ vor Ort mit viel Engagement umgesetzt haben.

Anstatt die Landwirte als alleinige Schuldige für die Grundwasserverschmutzung und den allgemeinen Rückgang der Anzahl der Insektenarten an den Pranger zu stellen, hoffen diese darauf, eine gemeinsame Gesprächsebene zu finden. „Wir sperren uns nicht gegen strengere Auflagen. Aber wenn etwas verändert wird, möchten wir ebenfalls angehört werden und die Entscheidungen nachvollziehen können. So, wie es bislang läuft, fühlen wir uns alleingelassen“, betonen die Organisatoren, die für ihre Aktion vorab schon von „tolle Sache“ bis hin zu „wie kann man in Zeiten von Corona solch einen Umzug veranstalten“ die unterschiedlichsten Reaktionen aus der Bevölkerung erhielten.

Ein Funken Hoffnung in der Corona-Krise

„Gerade in Zeiten von Corona, wo St.-Martins- und Nikolausumzüge, Weihnachtsmärkte und Karnevalsveranstaltungen abgesagt werden mussten, möchten wir den Menschen mit unseren beleuchteten Treckern einen Funken Hoffnung in die Städte bringen, Freude schenken und manche Augen zum Leuchten bringen in dieser tristen Zeit“, nennt Johannes Schultewolter als Ziel der Landwirte. Und bei etlichen Gronauern ist den Landwirten dies auch gelungen.

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