Achtklässler der Euregio-Gesamtschüler sind wieder umgezogen

Container auf dem Schützenplatz

Epe

Der Feueralarm heult um kurz vor 11 Uhr los. Ein durchdringender, hoher Piepton. Schnell kommt Bewegung in die neuen Klassenräume in den Containern und dann in die Flure. Wie zuvor besprochen, strömen die Schüler im Rahmen einer Brandschutzübung zu Sammelpunkten auf dem Schulhof.

Frank Zimmermann

Heimat auf Zeit für die Achtklässler der Euregio-Gesamtschule: Die Container auf dem Festplatz der Klosterschützen. Foto: Frank Zimmermann

Dieser Schulhof, das ist eigentlich der Schützenplatz der Klosterschützen Epe. Doch für die nächsten zwei bis zweieinhalb Schuljahre ist es jetzt ein Schulhof. Der Jahrgang acht der Euregio-Gesamtschule wird hier beschult. Außerdem findet hier Hauswirtschafts- sowie Werk-/Technikunterricht statt.

Das „Gebäude“ verfügt über vier Eingänge – jeweils zwei pro Etage. Foto: Frank Zimmermann

Von Donnerstagnachmittag bis Montag ist der Umzug gelaufen. Am Dienstag sind dann auch die Schülerinnen und Schüler eingezogen. Doch statt Mathe und Deutsch stehen erst mal Kartons schleppen, Schränke einräumen und Werkzeug sortieren auf dem Stundenplan. „Ich gehe davon aus, dass spätestens am Donnerstag der reguläre Unterricht läuft“, sagt Schulleiterin Dagmar Dengler.

Diensträder für Lehrer

Die Container standen zuvor auf dem Schulhof der ehemaligen Sophie-Scholl-Schule. Ursprünglich war geplant, sie in und nach den Herbstferien innerhalb von sechs Wochen dort ab- und auf dem Festplatz der Klosterschützen wieder aufzubauen. Tatsächlich hat es nun drei Monate gedauert. Die Achtklässler wurden solange in Räumen der ehemaligen Anne-Frank-Schule unterrichtet, mussten also nach Gronau pendeln. Das sei auch für die Kollegen recht aufwendig gewesen, berichtet Dagmar Dengler. Da sei die Strecke zwischen dem Gildehauser Damm und dem Riekenhofweg schon überschaubarer. Etwa 15 Minuten seien die jüngeren Schüler zwischen den beiden Standorten unterwegs. „Ab der siebten Klasse dürfen die Schüler ja mit dem Fahrrad fahren“, sagt Dengler. Und auch für die Kolleginnen und Kollegen gebe es inzwischen Diensträder. Einmal pro Woche muss jede Klasse künftig pendeln, um im Provisorium am Hauswirtschafts- oder Technikunterricht teilzunehmen.

Der Blicke in einen Naturkunderaum zeigt, dass die Unterschiede zu „normalen“ Unterrichtsräumen nicht sehr groß sind. Foto: Frank Zimmermann

Schule mit zwei Standorten

Die Euregio-Gesamtschule in Epe ist als Schule mit zwei Standorten konzipiert. Das hat die Politik zuletzt im Herbst 2019 noch mal bestätigt. Die Jahrgänge fünf bis sieben sollen an der Gasstraße (am Standort der ehemaligen Sophie-Scholl-Schule) unterrichtet werden. Die übrigen Schüler am Standort der ehemaligen Carl-Sonnenschein-Realschule (Gildehauser Damm). Die beiden Standorte liegen rund 400 Meter auseinander. Doch weil das Gebäude der Sophie-Scholl-Schule so stark mit Schadstoffen belastet ist, dass es komplett abgerissen werden muss, verzögert(e) sich der Umzug der Unterstufe immer wieder.

Ist man einmal im Container-Gebäude drin und schaut in einen Klassenraum hinein, ist der Unterschied zu „normalen“ Unterrichtsräumen nicht sehr groß. „Ist doch gar nicht schlecht, oder?“, fragt die Schulleiterin angesichts der Raumsituation rhetorisch. Was die Raumsituation der noch im Aufbau befindlichen Gesamtschule in Epe angeht, ist Dagmar Dengler leidgeprüft. Trotzdem schaut sie auch jetzt vor allem auf positive Aspekte: Der Schützenfestplatz ist ein schöner großer Schulhof, das angrenzende Gelände von Vorwärts Epe biete ab dem Frühjahr zudem Möglichkeiten für den Sportunterricht. Und die Schüler der vier achten Klassen, die nun in dem Provisorium unterrichtet werden, haben den Vorteil, dass sie nicht pendeln müssen. „Nur zur Turnhalle an der Gasstraße. Aber dahin hätten sie auch vom Gildehauser Damm aus pendeln müssen“, sagt Dengler.

Im Hauswirtschaftsraum kommen die Küchenzeilen aus der ehemaligen Sophie-Scholl-Schule wieder zum Einsatz. Foto: Frank Zimmermann

Sie geht davon aus, dass die Unterstufenschüler (Jahrgänge fünf bis sieben) spätestens zum Schuljahr 2022/23 im dann neuen Gebäude an der Gasstraße unterrichtet werden können. Die Kinder, die für das kommende Schuljahr an der Gesamtschule angemeldet werden, werden also aller Voraussicht nach nicht von der jetzigen Container-Lösung betroffen sein. Trotzdem ist Dagmar Dengler schon gespannt auf die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr.

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