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Gegen ehemaligen Geistlichen wird wegen versuchtem Missbrauch ermittelt

Darüber sprach man nicht

Gronau

Die Polizei ermittelt gegen einen Priester aus dem Bistum Münster wegen des Verdachts eines versuchten schweren sexuellen Missbrauchs. Das hat die bischöfliche Pressestelle am Mittwoch bekanntgegeben. Das Bistum untersagte dem Priester, der bis zuletzt seelsorgerisch im Münsterland tätig war, unmittelbar die weitere Ausübung aller priesterlichen Dienste.

Von Bernd Schäfer

Dunkle Wolken hängen aufgrund der Jahrzehnte lang vertuschten Missbrauchsfälle über vielen Kirchen – jetzt wurde auch gegen einen Geistlichen, der seit den 1980er Jahren in verschiedenen Gemeinden der Umgebung tätig war, Vorwürfe erhoben. Foto: dpa

Der jetzt angezeigte Fall soll sich in den 1980er-Jahren in einer Gemeinde im westlichen Münsterland ereignet haben: Bei einem Hausbesuch soll sich der Geistliche dem damals noch minderjährigen Erstatter der Anzeige unsittlich genähert haben. Das damalige Opfer hat sich selbst an die Westfälischen Nachrichten gewandt, um den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen. Den Schritt halte der seinerzeit in Gronau lebende Mann für sehr wichtig, „um potenzielle weitere Opfer zu ermutigen, die Straftaten auch anzuzeigen, sowie zukünftige Opfer zu verhindern“. Auch in seinem Fall habe sich damals das systemische Versagen der katholischen Kirche, das zuletzt für andere Bistümer in mehreren Gutachten festgestellt wurde, gezeigt: Nachdem er sich seiner Mutter anvertraute, habe diese den zu jener Zeit leitenden Gemeindepfarrer aufgesucht und ihm den Vorfall geschildert.

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