Stadtarchiv Gronau

Das Gedächtnis der Verwaltung

Gronau

Der Stadtarchivar hat derzeit viel zu tun. Ein Grund dafür ist der Leerzug des Rathauses. Da fallen nämlich viele Akten für die Archivierung an...

Frank Zimmermann

Im Stadtarchiv als außerschulischem Lernort sind auch immer mal Schülerinnen und Schüler zu Gast – wie hier Viertklässler der Foto: Klaus Wiedau

Ist Hitler noch Ehrenbürger der Stadt Gronau? Diese Frage nannte Gerhard Lippert als Beispiel für Fragen, die von der Verwaltung an das Stadtarchiv herangetragen werden. Der Leiter des Stadtarchivs stellte im Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur das Stadtarchiv und das Drilandmuseum vor. Seine Präsentation bildete auch die Informationsgrundlage für die Frage nach der Zukunft des Drilandmuseums.

Aus seinem Vortrag ging hervor, dass das Stadtarchiv alle Hände voll zu tun hat, weil durch den Leerzug des Rathauses zurzeit viele Akten zur Archivierung anfallen. Kern der Archivarbeit, so wie es auch das NRW-Archivgesetz vorgibt, ist die Erfassung, Bewertung und Übernahme von Unterlagen. Diese Unterlagen müssen verwahrt, ergänzt, gesichert, erhalten gegebenenfalls instandgesetzt, erschlossen, erforscht, für die Nutzung bereitgestellt und veröffentlicht werden.

Digitalisierung zu Fuß?

Lippert erklärte auch, dass trotz der zunehmenden Digitalisierung des Archivs viel analoge Arbeit anfalle. Zum Beispiel bei den täglichen Anfragen aus der Verwaltung, die das Archiv als „Gedächtnis der Verwaltung“ entsprechend beantworte. Bernhard Greitenevert (CDU) hakte nach, ob die Verwaltung nicht eigenständig auf digitalisiertes Material zugreifen könnte, statt Informationen telefonisch abzufragen. Dies verneinte Gerd Lippert. Das ist dann ja „Digitalisierung zu Fuß“, kritisierte Greitenevert. Lippert entgegnete: „Nein, genau das ist Archivarbeit.“

Außerschulischer Lernort

Lippert berichtete auch über die Funktion des Stadtarchivs als „außerschulischer Lernort“, an dem Schulkindern nicht nur städtische Geschichte sondern auch Quellen- und Archivarbeit nähergebracht wird. Außerdem führt das Stadtarchiv schon seit 25 Jahren eine Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule durch. Dabei werden Aspekte der Stadtgeschichte thematisiert.

Übrigens: Hitler ist nicht mehr Ehrenbürger der Stadt Gronau, denn diese endet mit dem Tode.

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