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Aktion vom 5. bis 8. August an elf Stellen in Gronau und Epe

Der Impfbus kommt

Gronau

Es geht zwar voran mit dem Impfen gegen Corona – aber viele Menschen aus Gronau und Epe haben bislang trotzdem noch keine Impfung erhalten. Ihnen soll nun ein niedrigschwelliges Angebot gemacht werden, das sie eigentlich nicht ablehnen können...

Von Martin Borck

Anne Honermann (Sparkasse Westmünsterland), Dr. Heiner Woltering und die Erste Beigeordnete der Stadt Gronau, Sandra Cichon (v.l.) stellten das Angebot vor Foto: mb

Kommt der Patient nicht zur Spritze, muss man die Spritze eben zum Patienten bringen. Der Gedanke schoss Dr. Heiner Woltering durch den Kopf, als er kürzlich im Impfzentrum des Kreises in Velen vergeblich auf Impfwillige wartete. Wie wär‘s denn, man würde einen Bus chartern und damit verschiedene Stellen in Gronau und Epe ansteuern?, fragte sich der Arzt. Nun: Die Idee hatte nicht nur er allein. „Als ich mich im Internet schlau gemacht habe, zeigte sich, dass schon 150 Gemeinden denselben Gedanken hatten“, sagt er. Was ihn in seiner Überzeugung stärkte, dass da doch was zu machen sein müsste. Und zwar sofort.

Offene Türen eingerannt

Kurzentschlossen wandte er sich an die Stadt. Wo er offene Türen einrannte. Die Koordination lief kurzfristig an. „Ich selbst habe Kontakt zum Arbeiter-Samariter- Bund, der einen Bus als mobiles Impfzentrum ausgerüstet hat“, so Woltering weiter. Und dieser Bus wird vom 5. bis 8. August in Gronau und Epe insgesamt elf Plätze anfahren. Im September gibt es eine weitere Aktion für die Zweitimpfung.

Mit dem Angebot knüpft die Stadt an die erfolgreiche Impfaktion im Rathaus an, die sich vorwiegend an zugewanderte Menschen richtete. „Auch da brauchte man keine Anmeldungen“, so Stadt-Sprecherin Gabi Könemann.

Dr. Heiner Woltering

In die aktuelle Aktion sind Ordnungsamt, Feuerwehr und Fachdienste eingebundne, die zügig alle aufkommenden Fragen abarbeiteten. Ziel ist es, möglichst viele Ungeimpfte zu erreichen. „Die müssen morgens aus dem Haus gehen ohne zu ahnen, dass sie am Abend geimpft sind“, skizziert Woltering das Vorgehen. Der Bus soll an neuralgischen Stellen für jeweils drei Stunden Halt machen und nicht zu übersehen sein. Passanten sollen direkt angesprochen werden. Der Vorgang soll quasi barrierefrei ablaufen. Am besten mit der Chayns-App, doch ist auch das keine zwingende Voraussetzung.

Für die Veranstalter ist die Aktion mit erheblichen Aufwand und Kosten verbunden. Die Sparkasse Westmünsterland beteiligt sich an der Finanzierung. Die Stadtverwaltung stellt Personal. Die Feuerwehr unterstützt personell und mit Aggregaten, so dass die Kühlung der Impfstoffe gewährleistet ist. „Biontech und Johnson & Johnson“, so Woltering auf die Frage, welche Vakzine denn verwendet werden. Die werden im Übrigen aus den Kontingenten des Landes zur Verfügung gestellt und nicht dem Pool für die Ärzte abgezwackt.

Vom Hofbräugarten bis zum Industriegebiet

Die Wahl der Standorte ist bunt: der Rathaus-Parkplatz steht genauso wie das Bamboo auf der Liste, aber auch am Drilandsee und am Hofbräugarten soll der Bus Station machen. „Und im Industriegebiet. Dort hat es Nachfragen von Unternehmen gegeben.“ Und es wird jeder kostenlos geimpft, der möchte. Ganz gleich ob hier wohnend oder nicht.

Die Impfaktion im Rathaus war übrigens ein Erfolg. 467 Impfungen wurden verabreicht – an Menschen aus 27 Nationen, denen Dolmetscher zur Verfügung standen – türkisch, arabisch, englisch, französisch und russisch. Es herrschte gute Stimmung. „Wir haben auf diese Weise viele Menschen erreicht, die wiederum Multiplikatoren für die aktuelle Aktion sein dürften“, sagt Erste Beigeordnete Sandra Cichon.

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