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Der Klangschönheit auf der Spur

Student untersucht Sauer-Orgel in der Ev. Stadtkirche

Gronau

Der Klang der Sauer-Orgel in der Ev. Stadtkirche ist faszinierend. Aber warum? Dieser Frage gehen jetzt Wissenschaftler nach.

Musikstudent Dennis Wieczorrek und Prof. Dr. Martin Ebeling (rechts) von der Technischen Universität Dortmund an der Wilhelm-Sauer-Orgel der Ev. Stadtkirche Foto: Dr. Tamás Szocs

Der romantische Klang der Wilhelm-Sauer-Orgel der Evangelischen Stadtkirche Gronau muss für Zuhörerinnen und Zuhörer oder Konzertbesucher nicht erklärt werden, der Klang fasziniert und nimmt einen mit.

Das Klangbild, das von Wilhelm-Sauer und seinen Pfeifenbauern und Intona­teuren auch dieser Orgel verliehen wurde, ist ein Ergebnis der Entwicklung des Klangideals des 19. Jahrhunderts und der großen französischen und deutschen sinfonischen Orchester der Zeit.

Die Vorliebe zu einer satten, weichen Grundtönigkeit ohne schrille Farben, sanfte aber charaktervolle Solostimmen sowie Nachahmungen von Streicher- und Orchesterklängen zeichnen entsprechend auch den Klang der Gronauer Sauer-Orgel aus. Dabei spielen die verwendeten Materialien, die Maße und Bauweise der Pfeifen und die Einstellungen an den Pfeifen eine wesentliche Rolle.

Diesen Charaktereigenschaften des Klanges ist nun der Musikstudent Dennis Wieczorrek auf der Spur. Er studiert Musik/Lehramt an der Technischen Universität in Dortmund mit dem Instrument Orgel und verfasst seine Masterarbeit über die physikalische Untersuchung der Klangeigenschaften der Gronauer Wilhelm-Sauer-Orgel (Opus 915 von 1904).

Dafür hat er mit seinem Professor Dr. Martin Ebeling vom Musikwissenschaftlichen Institut der TU-Dortmund die Stadtkirche besucht und eine bestimmte Reihe von Tönen aller 40 Register aufgenommen, um diese Aufnahmen dann im Rechner einer Spektralanalyse zu unterziehen. Dabei werden die Überlagerungen von Frequenzen untersucht und das Verhältnis und der Aufbau von Grundton und Obertönen dargestellt und analysiert.

Sowohl Wilhelm Sauer und seine Mitarbeiter um das Jahr 1900 als auch der Intonateur der Orgelbaufirma Scheffler im Jahr 2020 haben sich bei der Stimmung und Intonation der Orgel auf ihre Berufserfahrung, ihr Gehör und Wissen verlassen, um dieses Klangideal auf alle rund 2300 Pfeifen dieses Instruments gleichmäßig und ausgewogen einzustellen. Kantor Dr. Tamás Szőcs freut sich, dass dieser Klang nun auch Wissenschaftler in den Bann zieht und mit moderner Technik dieser Klangschönheit auf der Spur ist.

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