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Dr. Jörg Harren im Couchgespräch

Die Entscheidung nicht bereut

Gronau

Moderator Reinhard van Loh konnte zum vierten Couchgespräch den neuen Urenco-Geschäftsführer Dr. Jörg Harren im Café Grenzenlos begrüßen.

Von und

Urenco-Geschäftsführer Dr. Jörg Harren (l.) beantwortete im Café Grenzenlos die Fragen von Moderator Reinhard van Loh. Foto: Birgit Hüsing-Hackfort

Erich Schwartze begrüßte als Vorsitzender des Vereins Grenzenlos die Gäste. Anschließend überbrachte Rainer Doetkotte als Bürgermeister seine Grüße und lobte ausdrücklich das vielfältige Engagement des Cafès.

Vor voll besetzter Kulisse stellte sich Jörg Harren anschließend den Interviewfragen des Gastgebers auf der gemütlich gestalteten Bühne bei einem Glas Rotwein.

Der Mensch Jörg Harren

Im ersten Teil des Couch-Gesprächs ging es darum den Menschen Jörg Harren kennenzulernen: Geboren im 2000-Seelendorf Ottweiler, aufgewachsen auf einem Bauernhof mit einem jüngeren Bruder und geprägt durch Arbeit, Fleiß und Struktur, den ein Familienhof so mit sich bringt, wuchs Harren unbeschwert auf. In der Grundschule in Ottweiler noch unauffällig, im Gymnasium im Baesweiler ein Klassenclown und mittelmäßiger Schüler mit Abitur. Ein freiwilliges soziales Jahr absolvierte Jörg Harren im Labor eines Krankenhauses. Dann folgte das Studium der Chemie in Bonn mit einem guten Abschluss und Promotion in anorganischer Chemie.

Seine steile Karriere begann in Krefeld und brachte ihn bis zum Standortleiter des Chemieparks Marl mit über 10 000 Beschäftigten. Das hatte natürlich seinen Preis. So berichtete Jörg Harren, dass er als Familienvater von zwei Kinder in seinem Berufsleben vier Jahre pendelte und nur am Wochenende zu Hause war und somit einen Teil des Familienlebens verpasst hat.

Erste Liebe und italienischer Rotwein

Offen beantworte er die Fragen von Reinhard van Loh nach seiner ersten Liebe Anja, das Kennenlernen seiner jetzigen Frau im Rockclub und seine Gewohnheiten nach Feierabend, der in der Regel erst um 20 Uhr beginnt. Fernsehgucken ja, Netflixserien mit etlichen Staffeln lieber nicht. Eine Schwäche hat Harren für guten italienischen Rotwein und leckeres Essen.

Von einem Headhunter zu Urenco geführt, wechselte der 53-Jährige nach guten Bewerbungsgesprächen und reiflicher Überlegung den Job, was bei seinen Eltern auch auf Unverständnis stieß.

Die Entscheidung habe er bislang nicht bereut, so Harren nach einem Jahr als Geschäftsführer bei der Urenco. Die Belegschaft nehme er als eingeschworenes Team wahr, das auch durch die Gegner in der Sache geprägt wurde.

Als Naturwissenschaftler beantwortete er auch kritische Fragen zur Urananreicherung und der Sicherheit in der Anlage sachlich und kompetent unter Abwägung der Risiken und Nutzungsfaktoren sowie möglichen Alternativen. Thema war auch die derzeitige politische Kehrtwende in Energiefragen.

In den nächsten Jahren werde sich der Energiebedarf der deutschen Industrie verdreifachen und Deutschland sei darauf nicht vorbereitet, meint Harren. Hier sehe er die Gefahr der Schwächung des Industriestandorts Deutschland, da große Betriebe und Konzerne aufgrund der steigenden Energiekosten aus Deutschland abwandern und sich in Nachbarländern niederlassen würden. Eine Entwicklung die langfristig den erworbenen Wohlstand der Deutschen gefährden könne.

Auktion als Überraschung

Musikalisch untermalt wurde der Abend wiederum durch das Hitparadentrio und Miss Marple.

Ein Überraschungs-Highlight des Abends war die Versteigerung einer Wohnzimmerlesung mit Otto Lohle alias Tönne Speckmann, dessen Erlös für die Gronauer Tafel gespendet wird. Nach einer humorvoll moderierten Auktion durch van Loh kann sich Dagmar Wigbels auf einen tollen Abend mit Wohnzimmerlesung freuen.

Zum nächsten Couchgespräch erwartet van Loh die erfolgreiche Drag-Queen Cassy Carrington aus Köln, die in Schöppingen aufgewachsen ist.

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