Zukunft des Drilandmuseums

Die Fundstücke nach Hause holen

Gronau

Die Zukunft des Drilandmuseums steht zurzeit an einem Scheideweg. Das Museum soll – ebenso wie das Stadtarchiv – in das neue Technische Rathaus integriert werden. Das Technische Rathaus soll unter Einbeziehung von Teilen des Alten Rathauses am Theodor-Heuss-Platz gebaut werden.Aber soll es auch tatsächlich ein Museum werden, das nach den Kriterien des Museumsamtes für Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) qualifiziert ist, oder „nur“ eine zeitgeschichtliche Ausstellung, welche die Stadt in Eigenregie gestalten könnte?

Frank Zimmermann

Drilandmuseum und Stadtarchiv sollen ins neue Technische Rathaus einziehen, das unter Einbeziehung von Teilen des Alten Rathauses am Theodor-Heuss-Platz gebaut werden soll. Foto: Stadt Gronau

Um diese Frage ging es einmal mehr in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung und Kultur am Dienstagabend. Einmal mehr, weil sich bereits im November und Dezember sowohl der Fachausschuss als auch der Rat einstimmig dafür ausgesprochen hatten, das Museum solle qualifiziert werden. Das sollte auch personell unterfüttert werden, die Einrichtung einer halben Stelle für diese Arbeit wurde beschlossen.

Doch dann beantragte der CDU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Laschke in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) am 14. April, die Stelle mit einem Sperrvermerk zu versehen. Es habe seinerzeit Hinweise gegeben, dass es für dieses Projekt doch keine Fördermittel vom LWL geben würde, erklärte Laschke auf WN-Nachfrage. Genau von dieser Förderung hänge die Zustimmung der CDU zu diesem Projekt aber ab. Ausschließlich mit städtischen Mitteln möchten die Christdemokraten diese freiwillige Aufgabe nicht übernehmen. Deshalb habe die Fraktion aus einer finanziellen Vorsicht heraus den Sperrvermerk beantragt. Letztlich wurde der Antrag in der HFA-Sitzung angenommen.

Nun hat sich aber wohl geklärt, dass es doch Fördermittel gibt. Also geht das Thema erneut durch drei politische Gremien – Kulturausschuss, HFA und Rat. Die Mitglieder des Kulturausschusses stimmten am Dienstag einstimmig für die Aufhebung des Sperrvermerks. Zuvor hatte Gerd Lippert, der als Leiter des Stadtarchivs auch für das Drilandmuseum zuständig ist, noch einmal erläutert, warum die Einrichtung der Stelle nötig ist. Der LWL habe einen finanziellen und konzeptionellen Weg vorgezeichnet, über den das Drilandmuseum zu einem objektorientierten Museum werden könnte. Dafür müssten aber entsprechende Qualitätsstandards erreicht werden. Dann würden aber auch die einzelnen Schritte – zum Beispiel die jetzt anstehende Einlagerung des Museumsbestands, die Erarbeitung eines Konzepts, die spätere Präsentation – finanziell gefördert.

Bürgermeister Rainer Doet­kotte, der in der Ausschusssitzung die erkrankte Erste Beigeordnete vertrat. verwies ebenfalls darauf, dass die Stadt ein großes Interesse daran habe, die Fundstücke aus der Hertie-Grube wieder nach Gronau zu holen. „Wir haben zwar keinen Anspruch darauf, aber wir werden alles dafür tun, dass sie dort gezeigt werden können, wo sie gefunden wurden.“ Und dieser Ort wäre eben das Drilandmuseum.

Nun bleibt es spannend, abzuwarten, wie der HFA und der Rat bei der zweiten Runde über das Thema abstimmen. Der Rat tagt am 26. Mai. Sollte er den Sperrvermerk endgültig aufheben, könnte die Stelle danach ausgeschrieben werden.

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