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Danger und Zack sind Stars eines Religionsprojekts am WvS-Gymnasium

Die Hunde mit den gelben Herzen

Gronau

Danger liegt mitten auf dem Lehrerpult und lässt sich kraulen. Währenddessen leiht Religionslehrerin Brigitte Müller-Wenderdel dem Hund ihre Stimme und liest aus einem Buch. Die Fünftklässler genießen sichtlich die Situation.

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Wenn Brigitte Müller-Wenderdel aus einem Buch vorliest, scheint Danger genauso gespannt wie die Schüler zu lauschen. Foto: privat

Danger liegt mitten auf dem Lehrerpult und lässt sich kraulen. Währenddessen leiht Religionslehrerin Brigitte Müller-Wenderdel dem Hund ihre Stimme und liest aus einem Buch. Die Fünftklässler genießen sichtlich die Situation. Nach einer kurzen Pause hat Zack seinen nächsten Auftritt im Unterricht nebenan und auch hier darf er es sich auf dem Pult gemütlich machen und Anke Tapken lesen lassen. In der nächsten Woche geht es außerdem zu Susanne Blöbaum und ihrem Religionskurs, wo Zack schon sehnsüchtig erwartet wird.

Texas Heller Zack und Australian Shepherd Danger sind Besuchshunde von Schulbegleiterin Sonja Bugsalewicz und in der tiergestützten Therapie ausgebildet.

Liebling vieler Schüler

Schon seit sieben Jahren bringt Bugsalewicz Danger regelmäßig mit zur Schule. Er unterstützt sie bei ihrer Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, die aufgrund eines speziellen Bedarfs eine Schulbegleitung benötigen.

Doch nicht nur Bugsalewicz‘ Schützlinge profitieren von Dangers Anwesenheit, die ganze Klasse ist ruhiger und konzentrierter. So wundert es nicht, dass Danger mittlerweile zum Liebling vieler Schüler geworden ist und sogar am letzten Schultag vor den Ferien zusammen mit seinem Frauchen von den Abiturienten mit einem Spalier verabschiedet wurde.

Sonja Bugsalewicz und ihr Australian Shepherd Danger sind ein eingespieltes Team und verstehen sich auch ohne viele Worte. Foto: privat

Seit einigen Wochen darf Danger nun abwechselnd mit Zack ein Religionsprojekt der Lehrerinnen Brigitte Müller-Wenderdel, Anke Tapken und Susanne Blöbaum bereichern. Diesem Projekt zugrunde liegt das Buch „Der Hund mit dem gelben Herzen“ von Jutta Richter.

Den Hund selber erzählen lassen

Müller-Wenderdel erklärt: „In diesem Buch geht es um einen einsamen Hund, der von zwei Kindern aufgenommen wird. Und weil der Hund sich so sehr nach knuspriger Hähnchenhaut – seiner Leibspeise – doch vor allem nach Geborgenheit sehnt, beginnt er zu erzählen. Von G. Ott, dem großen Erfinder, seinem Freund Lobkowitz und vom Krach zwischen den beiden und über das Zerbrechen der größten Freundschaft aller Zeiten.“

Schnell wird klar, es geht in diesem Buch um die großen Fragen dieser Welt. „Bei der Vorbereitung für dieses Projekt entstand dann die Idee, den Hund selber erzählen zu lassen“, sagt Tapken. Für Bugsalewicz und ihre Hunde kein Problem, so hat sie sich sofort bereit erklärt, mitzumachen.

Ein eingespieltes Team

„Besonders lustig sind dann solche Situationen, wenn Zack oder Danger zufällig passend zur vorgelesenen Situation Geräusche machen oder sich bewegen“, schmunzelt Blöbaum.

Bugsalewicz und ihre Hunde sind dabei ein eingespieltes Team – sie gewann mit Danger bereits den „Ehrwin des Jahres“, den Ehrenamtspreis des WDR. Ein Blick oder eine Geste von Bugsalewicz reichen und die Hunde wissen, was sie tun sollen. Dieses Vertrauen zwischen ihnen ist für alle spürbar, so dass auch eher ängstliche Schüler und Schülerinnen die Anwesenheit der Hunde akzeptieren.

Und auch die drei Lehrerinnen freuen sich jede Woche auf diese Stunden: „Der Donnerstag ist unser Lieblingstag“, sind sich alle einig.

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