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St.-Agatha-Gemeinde wirbt um Neueinsteiger für Pfarreirat und Kirchenvorstand

Die Kirche in Epe verändern

Epe

„Es gibt viele, die mit der Kirche hadern. Das tue ich auch“, gibt Pfarrer Thorsten Brüggemann zu. An seiner Bereitschaft, sich für seine Gemeinde einzusetzen, ändert das aber nichts. „Wir haben hier die Chance, es vor Ort besser zu machen. Zu zeigen, dass Kirche auch Lebensqualität ist.“

Von Bernd Schäfer

Florian Leuker, Andreas Leuderalbert, Thorsten Brüggemann, Anneliese Terlinde und Christoph Oing (v.l.) sind überzeugt, in der Kirche vor Ort viel bewegen zu können. Foto: Bernd Schäfer

Die katholische Amtskirche hat weiß Gott schon rosigere Zeiten erlebt. Prunksuchts- und Missbrauchsskandale, eine nicht mehr zeitgemäße Einstellung zu Homosexualität und Frauenrechten, Bischöfe und Kardinäle, die das Vertrauen der Basis verloren haben.

So wie Brüggemann denken auch Anneliese Terlinde, Florian Leuker, Andreas Leuderalbert und Christoph Oing. Die vier engagieren sich im Pfarreirat und im Kirchenvorstand. Gremien, in denen sie das Gemeindeleben in St. Agatha mitgestalten können. „Der Kirchenvorstand ist eher ein Verwaltungsgremium, ohne das ich als Pfarrer gar nicht arbeiten könnte“, erklärt Thorsten Brüggemann. Dessen 16 Mitglieder sind unter anderem für Finanzen, Bau- und Renovierungstätigkeiten, Personal, Kindergärten und den Friedhof der Gemeinde verantwortlich.

Das kreative Herz der Gemeinde

Der Pfarreirat ist dagegen eher das kreative Herz der Gemeinde. Seine zwölf Mitglieder setzen die Schwerpunkte, was in der Pfarrei passieren soll und entwickelt Visionen, wie die Kirchengemeinde vor Ort lebendig bleiben kann. „Dafür braucht es Menschen, die im guten Sinn ein bisschen ‚spinnert‘ sind“, beschreibt der Pfarrer das Anforderungsprofil. „Die Neues wagen wollen, ohne gleich alles Altbewährte über Bord zu werfen.“

Anneliese Terlinde ist so jemand, sie gehört dem Pfarreirat seit 20 Jahren an. „Ich habe das Gefühl, dass wir in den letzten Jahren einiges auf den Weg gebracht und erreicht haben“, sieht sie die Kirche durchaus wandlungsfähig. „Die Kirche ist schon offener geworden und nicht mehr so starr.“

Das sieht Pfarrer Brüggemann genauso – und geht sogar noch weiter: „Kardinal Marx hat vor kurzem gesagt, die Kirche ist an einem toten Punkt angelangt. Vielleicht gelingt es uns ja, daraus etwas ganz Neues zu machen.“

Chance, etwas zu bewegen

Die Pfarreiratsmitglieder sind sich einig, dass es die Kirche zurzeit nicht leicht hat. Aber sie sind auch der festen Überzeugung, dass sie in ihrer Eperaner Gemeinde durchaus etwas tun und bewegen können.

Dafür suchen sie jetzt neue Mitstreiter. Am 6. und 7. November werden im ganzen Bistum Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte neu gewählt. In Epe soll nun dafür geworben werden, dass nicht immer nur „die üblichen Verdächtigen“ auf der Kandidatenliste stehen, sondern, sondern auch Menschen aus der Gemeinde, die sich vielleicht zuletzt etwas zurückgehalten haben, weil auch sie Schwierigkeiten damit haben, wie sich die katholischen Würdenträger nach außen hin präsentieren.

Unterstützung für neue Ideen

Natürlich könne man die Amtskirche nicht von heute auf morgen neu aufstellen. „Aber wir können die Kirche in Epe verändern. Vor Ort können wir viel bewegen“, ist Andreas Leuderalbert überzeugt. Die Zeiten, als kirchliche Gremien nur dafür da waren, Stühle aufzustellen und die Würstchenpreise fürs Gemeindefest zu diskutieren, seien längst vorbei. Das verspricht auch Pfarrer Brüggemann: „Ich finde es spannend, neue Ideen zu erfahren. Wir hauptamtlichen Seelsorger geben unsere Unterstützung für diese Ideen und helfen dabei, gut Projekte daraus zu machen.“

In der kommenden Woche werden Flyer an alle Haushalte verteilt, in denen die Arbeit von Kirchenvorständen und Pfarreiräten beschrieben und für eine Kandidatur geworben wird.

Interessenten können sich auch bei Andreas Leuderalbert (Pfarreirat,

 02565 401917) oder Thorsten Brüggemann (Kirchenvorstand,

 02565 93260) melden.

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