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Musikspektakel

34. Jazzfest Gronau findet vom 30. April bis zum 8. Mai statt

Gronau

So lange hat die Vorfreude auf ein Jazzfest noch nie gedauert: 2020 und 2021 fiel das Musikspektakel in Gronau coronabedingt aus. Vom 30. April bis 8. Mai werden sich nun wieder Stars der Szene die Klinke in die Hand geben. An jedem Abend findet mindestens ein Konzert statt.

Jamie Cullum, die Jan Garbarek Group, Stefanie Heinzmann und Candy Dulfer treten beim 34. Jazzfest Gronau auf. Foto: Hartmut Springer (2). Danny North, Heinzmann Productions

Die vor zwei Jahren gekauften Eintrittskarten fürs Jazzfest-Konzert mit Jamie Cullum mögen mittlerweile schon leicht vergilbt sein – doch die Investition hat sich gelohnt: Vorfreude ist schließlich die schönste Freude. Und am 30. April steht der britische Pianist und Sänger tatsächlich auf der Bühne in der Bürgerhalle. Unglaublich aber wahr: Die 34. Auflage des Jazzfestes findet endlich statt. Die meisten coronabedingten Einschränkungen sollen Ende März wegfallen. Dem Musikspektakel sollte somit nichts mehr im Wege stehen. Die Erleichterung ist den Jazzfest-Machern anzusehen. Auf Eventualitäten ist man dennoch vorbereitet. „Wir stellen uns flexibel auf“, sagt Thomas Albers, Chef des Kulturbüros.

Nicht nur das Publikum, die Künstler und die Veranstaltungstechniker haben allen Grund, sich zu freuen; auch die Belegschaft des Kulturbüros. „Und das Personal hinter der Bühne ist happy, dass sie wieder fürs Jazzfest arbeiten können“, gibt Kathrin Hohe einen Einblick in deren Gemütslage.

Das Programm ist typisch Gronau

Das Programm an den neun Tagen bis zum 8. Mai ist typisch Jazzfest Gronau: Jazz, Blues, Swing, Funk, Soul, tanzbare Rhythmen, Techno, ethnische Genres, ein bisschen Pop – Bewährtes und Neues. Unter „Neues“ fällt die „K+K-Musiknacht“ am 6. Mai (Freitag). Mehr als zehn Bands unterschiedlichster musikalischer Richtungen treten kostenlos in der Bürgerhalle, in „Duesmann’s Spinnerei“, bei „Cook’n‘Roll“ und auf dem Freigelände vor der Bürgerhalle auf. Das Spektakel ersetzt die Kneipennacht. „Den Platz vor der Bürgerhalle werden wir schön mit Lichtkübeln illuminieren“, erläutert Thoms Albers. An Ständen werden Mahlzeiten und Getränke angeboten. „Wir wollen eine gemütliche Atmosphäre schaffen“, ergänzt Kathrin Hohe. Sollte das Wetter nicht mitspielen, werden mehr Aktivitäten in die Bürgerhalle verlagert.

Kostenloser Eintritt zur Musiknacht am Jazzfest-Freitag

Innovativ ist auch der musikalische Ansatz des Doppelkonzerts am 4. Mai: Wer den unglaublichen Auftritt von „Moop Mama“ beim 2019er-Jazzfest erlebt hat, wird sich bei der „Jazzrausch Bigband“ aus München sofort zu Hause fühlen. Diese Band bringt die Besucher zum Schwitzen, weil sie gekonnt und locker Beats, House, Soul und Funk mit jazzigen Klangstrukturen verbindet. Eine ungemein intensive Klanggewalt, ein satter Groove und eine beeindruckende Bühnenpräsenz mit 15 Musikern führen Jazzfans und Tanzwütige zusammen. „Ich habe die Band in Leverkusen erlebt und freue mich jetzt schon auf das Konzert in Gronau“, sagt Sabine Thünenkötter. Als Vorgruppe spielen die sieben Jungs vom „Broken Brass Ensemble“ aus den Niederlanden. Sie bringen New Orleans Brass, Hip Hop, Funk und Soul zu einem unwiderstehlichen Mix zusammen.

Sabine Thünenkötter über die Jazzrausch Bigband

Zu den Highlights des Jazzfests gehören die (2020 und 2021 abgesagten) Konzerte mit Jamie Cullum, Mother‘s Finest sowie Stefanie Heinzmann und Max Mutzke. Die erstandenen Tickets sind nach wie vor gültig. Dazu kommen drei weitere Konzertabende mit vollem Getöse.

Jamie Cullum gilt als einer der derzeit unkonventionellsten, aber auch provozierendsten zeitgenössischen Musiker. Er bewegt sich ungehemmt in einem Crossover der verschiedenen Genres und wird am 30. April in Gronau erwartet.

Jamie Cullum, Jan Garbarek, Hiromi, Mothers‘ Finest, Candy Dulfer und und und

Nach sechs Jahren dürfen sich die Jazzfans erneut auf ein Gastspiel des norwegischen Saxofonisten Jan Garbarek freuen, der mit seinen kongenialen musikalischen Begleitern bereits mehrfach in Gronau zu Gast war. Der Kontrast zwischen dem Liedhaften, Poetischen, Schlichten und der Intensität des freien Improvisierens macht Jan Garbareks Kunst aus. Mit dabei sind der Keyboarder Rainer Brüninghaus, der Brasilianer Yuri Daniel am Bass und der indische Trommelmagier Trilok Gurtu (Sonntag, 1. Mai).

Erstmalig beim Jazzfest Gronau zu Gast ist die japanische Jazzpianistin Hiromi. Virtuosität, haarsträubende Energie und ungebremster Spielspaß sind ihre Markenzeichen. Nach klassischer Ausbildung traf sie mit 17 Jahren Chick Corea, was ihre musikalische Entwicklung nachhaltig beeinflusste. In Gronau wird sie am 2. Mai mit einem Streichquartett auftreten. Auf die Besucher wartet ein Abend mit hyperschnellem Hochleistungs-Pianojazz.

Hochleistungs-Pianojazz

Mother‘s Finest erfreut sich nach wie vor eines unglaublich großen Freundeskreises; was Wunder, dass sie nach 2006 und 2014 zum dritten Mal zum Jazzfest Gronau eingeladen wurden. Seit Anfang der 1970er-Jahre begeistern sie die Fans mit ihrer kraftvollen Mischung aus Funk, Rock, Soul und Blues. „Baby Love“ gilt noch heute als ein „Must“ auf jeder coolen Tanzparty. Auch 40 Jahre nach ihrem legendären Auftritt im „Rockpalast“ hat die Band spätestens beim zweiten Song das Publikum im Griff. Dazu passend im Vorprogramm am 3. Mai eine weitere Legende: „My Brainbox“ als Fortsetzung der legendären niederländischen Rock-Funk- und Bluesband „Brainbox“ aus den 1970er-Jahren. „My Brainbox“ kommt mit ihrem Gründer Jan Akkerman und hat als Sänger Phil Bee dabei. Jan Akkerman gilt als einer der weltbesten Rock-, Jazz- und Blues-Gitarristen. Am 24. Dezember feierte Jan Akkerman seinen 75. Geburtstag und zugleich sein 60-jähriges Bühnenjubiläum.

Gerade 50 geworden und seit über 30 Jahren auf den Bühnen der Welt zu Hause: Candy Dulfer, niederländische Saxofonistin, weithin bekannt für ihre energiegeladenen Konzerte, kommt auf vielfachen Wunsch erneut nach Gronau. Die „First Lady of Jazz & Funk“ ist gerngesehener Gast bei Van Morrison, Maceo Parker, Beyoncé, findet aber trotzdem immer noch Zeit und Muße für ihre eigenen ambitionierten Bandprojekte. In ihrem Vorprogramm: „Kraak & Smaak“. Die Formation sorgte beim Jazzfest 2019 für Furore mit ihrem Retro-Mix (Donnerstag, 5. Mai).

Soul- und Pop-Abend der besonderen Güte mit Stefanie Heinzmann und Max Mutzke

Einen Soul- und Pop-Abend der besonderen Güte verspricht der abschließende Samstag des Jazzfests Gronau zu werden. Stefanie Heinzmann und Max Mutzke werden mit ihren Bands in einem Doppelkonzert für einen großartigen Abschluss sorgen. Beide Künstler waren schon mehrfach in Gronau zu erleben. Nach den pandemiebedingten Absagen in den Jahren 2020 und 2021 kann man beide nun erstmalig mit ihren Bands an einem Konzertabend genießen. Stefanie Heinzmann mit einer Stimme von enormer Bandbreite – von tief schillernd bis hell leuchtend, von zerbrechlich bis selbstbewusst – und Max Mutzke, jener Tausendsassa und musikalische Entertainer, der sich im Soul und Jazz ebenso zu Hause fühlt wie im Pop (7. Mai).

Eingebettet in das Gesamtprogramm wird es zur Eröffnung der Freibadsaison am 1. Mai ein jazziges Kaffeekonzert bei kostenlosem Eintritt im Parkfreibad Gronau geben. Außerdem sind am Wochenende 7. und 8. Mai Brass- und Marching-Bands in der verkaufsoffenen Gronauer Innenstadt unterwegs.

Den Abschluss des Jazzfests Gronau 2022 bildet am 8. Mai „Jazz & Dine“ in verschiedenen Restaurants.

Der Vorverkauf beginnt am morgigen Donnerstag. Nur nicht für das Konzert mit Jamie Cullum: Das ist nämlich schon ausverkauft.

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