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Sommerkrimi 2019, Folge 1

Die Leichtigkeit des Seins

Die Ruhe im sommerlichen Gronau trügt. Schon bald wird Kommissar Blösing wieder auf der Jagd nach einem Mörder sein. Denn auch in diesem Jahr soll ein Sommerkrimi den WN-Lesern in der Ferienzeit mörderisches Lesevergnügen bereiten. Rätseln Sie mit, wer der Täter ist! Wieder einmal ist der Krimi nichts für schwache Nerven (und Zwerchfelle). Ob Kommissar Blösing und sein pensionierter Kollege Frühling die harte Nuss knacken können? Oder ist die Redaktion des Gronauer Anzeigers schneller, die wieder auf die große Schlagzeile hofft?

Martin Borck

Bis das Quattro auf dem ehemaligen Hertie-Areal errichtet wird, können die Gronauer in der großen Sandkiste ihre Mittagspausen verbringen. Allerdings sind die Vorstellungen von Erholung unterschiedlich. Das macht das Zusammenleben kompliziert. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Der Sommer meint es wieder einmal gut mit der kleinen Stadt an der Dinkel. Die Sonne schickt ihre wärmenden Strahlen freigiebig vom Himmel. „Ach, was ist das schön“, sagt Klaus Wiesel, seines Zeichens Redaktionsleiter des Gronauer Anzeigers. Er räkelt sich wohlig auf einem Badetuch und lässt seine Finger durch den feinen, weißen Sand neben sich gleiten und genießt die Leichtigkeit des Seins. „So eine Mittagspause am Strand ist doch was Feines.“ – „Nur dass das Meer fehlt“, merkt sein Stellvertreter Martin Burg an. – „Nun mecker mal nicht so rum! Man kann eben nicht alles haben. Welche andere Redaktion im Münsterland hat einen so schönen Strand direkt neben ihrem Arbeitsplatz?“, fragt Wiesel träge und dreht sich auf den Rücken. Das hätte er lieber nicht getan, denn in diesem Augenblick landet ein Volleyball frontal auf seinem Bauch, dessen Form der des Balles verdächtig ähnlich ist. „Aua!“, schreit Wiesel. „Könnt ihr denn nicht besser aufpassen?“ – „Sorry“, entschuldigt sich Ludgerus Schlöder, Filialleiter der Deutsch-Kommerziellen Dresdenbank. „Aber müsst ihr euch denn genau neben unserem Beachvolleyballfeld ausbreiten? Legt euch doch einfach ein Stück weiter weg!“ – „Nee, da ist es zu laut“, mault Wiesel und massiert seinen Bauch. Er schaut sich um: Das gesamte ehemalige Hertie-Areal ist bevölkert, Sonnenschirme sind in den Sand gerammt, er sieht ein paar Strandkörbe. Ein paar Schritte weiter steht Tobias Kleinen, der umtriebige IT-Unternehmer aus Ahaus. Der Nebenerwerbs-Gastwirt hat am Rand des Terrains ein paar Tische, Liegestühle und einige Plastik-Palmen aufgestellt und das Ganze Bumba genannt. Durstige und hungrige Mittagspäusler tippen eifrig Bestellungen in ihre Smartphones. Junge Angestellte stapfen durch den Sand und bringen Burger, Brause und Bier. „Guck mal, Elke Briening von der Verbraucherberatung ist auch da“, sagt Wiesel und winkt freundlich zu ihr herüber. „Schade, dass das alles bald vorbei sein soll, wenn das Quattro gebaut wird,“ seufzt Wiesel. Dann bricht es aus ihm heraus: „Ich hasse das Quattro!“ – „Nun hör doch auf! Als ob wir nicht genug andere schöne Plätze in der Stadt hätten“, reagiert Burg und zählt auf: „Das Wasserlabyrinth, die Pyramide, den Drilandsee, den Tiergarten, den Stadtparkteich, die Freibäder…“ – „Ist ja gut“, unterbricht ihn Wiesel. „Aber nochmal: Direkt neben der Redaktion so ein Paradies - das kriegen wir nicht wieder… Komm!“, fordert er Burg auf. „Lass uns noch ein Stück durch den Sand laufen, bevor wir weiterarbeiten!“

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