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Kontrollaktion im Leiharbeiter-Quartier im Stadtosten

Die Straße der Ausbeutung

Gronau

Unter der Woche haben verschiedene Behörden unter Federführung des NRW-Bauministeriums Kontrollen in Leiharbeiter-Quartieren durchgeführt. Traurige Bilanz: Trotz leichter Verbesserungen sind viele Zustände immer noch menschenunwürdig. Und jetzt?

Wunsch und Wirklichkeit klaffen an der Herbertstraße weit auseinander: Die Wohnstraße mit ausgewogener Sozialstruktur Foto: Zeichnung: Heinrich Schwarze-Blanke

Die Herbertstraße hat, das bestätigten die Kommentare in den sozialen Medien nach der großangelegten behördlichen Kontrollaktion am Montag einmal mehr, einen zweifelhaften Ruf in Gronau. Die Bewohner selbst haben daran den geringsten Anteil: Sie sind Opfer eines Systems der Ausbeutung in der Fleischindustrie, schieben in Schichtarbeit unendlich Überstunden und werden so regelrecht verschlissen. Hinzu kommt das Lebensumfeld. Die Behördenaktion unter Federführung des NRW-Bauministeriums hat auch dieses Mal ergeben: Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Arbeitsmigranten, die in der Herbertstraße untergebracht sind, leben dort zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen. Schimmel an den Wänden, Überbelegung, Brandschutzmängel – auch wenn sich laut Pressemitteilung der Staatskanzlei die Gegebenheiten im Vergleich zu früheren Kontrollen verbessert haben: Ausgeräumt sind die Missstände noch immer nicht.

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