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Positive Bilanz

Die Urananreicherungsanlage Gronau hat den Stresstest bestanden

Gronau

Der Sicherheitsstandard der Urananreicherungsanlage in Gronau (UAG) ist „extrem hoch“. Dieses Fazit zieht die Betreibergesellschaft Urenco nach Abschluss des sogenannten Stresstests. Morgen wird der Bericht Thema in der Ratssitzung sein.

wn

Blick in die Urananreicherungsanlage: Die Betreibergesellschaft Urenco hat die Ergebnisse des „Stresstests“ zusammengestellt und dem Bundesumweltministerium zukommen lassen. Foto: Wilfried Gerharz

Flugzeugabstürze, Erdbeben, Überschwemmungen, Brände und Stromausfälle – all diese Szenarien waren Bestandteil des Stresstests, dem sich die UAG unterziehen musste. Dabei wurde die Anlage jedoch nicht in der Praxis den genannten Szenarien ausgesetzt. Vielmehr musste die Urenco vor allem Nachweise liefern, die der Betreiberin in den meisten Fällen bereits vorlagen, weil sie etwa im Zuge der Genehmigungsverfahren oder Sicherheitsüberprüfungen erstellt worden waren.

Sicherheit ist gewährleistet

Dazu kamen aktuelle Gutachten. Die Urenco hat Ende Juli die Antworten und Unterlagen zu den Fragen eingereicht, wie die Anlage auf unterschiedliche auslegungsüberschreitende Belastungen reagiert. „Bei allen Themen erfüllt die Anlage die strengsten Bewertungskriterien“, so die Urenco. Damit werde der extrem hohe Sicherheitsstandard der Urananreicherungsanlage Gronau nachgewiesen. Auch bei unwahrscheinlichen, auslegungsüberschreitenden Ereignissen sei die kerntechnische Sicherheit gewährleistet.

Die Analysen wiesen aus, dass die UAG große Reserven gegenüber höheren Belastungen ausweist und auch Erdbeben abdeckt, die um eine Stufe auf der MSK-Skala (,die die Intensität eines Erdbebens angibt,) stärker sind als für das Bemessungserdbeben angenommen. Bei Hochwasser sei eine Überflutung der Anlage ausgeschlossen. Selbst bei wenn dies passieren würde, wären die Kritikalitätssicherheit und der sichere Einschluss der radioaktiven Stoffe gewährleistet. Der Flugzeugabsturz wurde zuletzt im Genehmigungsverfahren für die neue Anlage untersucht. Auch die Untersuchungen im Rahmen des Stresstests zeigten, dass bei einem Flugzeugabsturz die maximal zu erwartenden Dosen beim unfallbedingten Absturz einer schnellfliegenden Militärmaschine bzw. eines großen Verkehrsflugzeuges „unterhalb der in der Strahlenschutzverordnung für einen Unfall definierten Dosis liegen“, so die Urenco.

Notfallmaßnahmen prinizipiell nicht nötig

Einen Unfall definiert die Strahlenschutzverordnung als „Ereignisablauf, der für eine oder mehrere Personen eine effektive Dosis von mehr als 50 Millisievert zur Folge haben kann“. Detailliert betrachtet wurden im Stresstest ebenfalls der anlageninterne Brand und der Ausfall der elektrischen Energieversorgung. Eine Reihe von Maßnahmen, wie z.B. die Minimierung der Brandlasten, Brandmelde- und Brandbekämpfungsanlagen, die Werkfeuerwehr und der Löschwasserteich stellen laut Urenco sicher, dass mögliche Brände schnell gelöscht werden.Notfallmaßnahmen seien deshalb im Prinzip nicht erforderlich.

Das Fazit zum Stromausfall im Stresstest: Die Anlage ist nach dem so genannten fail-safe-Prinzip ausgelegt. Das bedeutet, dass alle Systeme bei Störungen oder bei Ausfall ihrer Energieversorgung automatisch in einen sicheren Zustand gehen. Deshalb führe weder der Ausfall der normalen Stromversorgung noch der Ausfall der Notstromversorgung zu Freisetzungen von radioaktiven Stoffen. Mit der vorgezogenen Sicherheitsüberprüfung im vergangenen Jahr war bereits geprüft worden, ob die Anlage sicher im Sinne der Genehmigungen ausgelegt ist und betrieben wird. Beim Stresstest wurde „eine Schippe draufgelegt“, indem das Verhalten der UAG bei auslegungsüberschreitenden Belastungen untersucht wurde. Der komplette Bericht liegt nun dem Bundesumweltministeriums vor.

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