Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit des Roten Kreuzes

Diskriminierung darf kein Tabu sein

Gronau

Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert – und viele Menschen sind jeden Tag konkret davon betroffen. An sie richtet sich die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit des Roten Kreuzes im Kreis Borken.

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Sarah Kattenbeck und Jan Meller kümmern sich beim Roten Kreuz im Kreis Borken um Antidiskriminierungsarbeit. Foto: DRK

Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert – und viele Menschen sind jeden Tag konkret davon betroffen. An sie richtet sich die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit des Roten Kreuzes im Kreis Borken. Ob Behinderung, Herkunft, Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung oder auch Alter und Arbeitslosigkeit: Die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit berät Betroffene. In Gronau findet die Sprechstunde mittwochs von 10 bis 12 Uhr in der Gildehauser Straße 2-4 statt.

Ob in der Schule, bei der Wohnungssuche, im Supermarkt oder bei Behördenkontakten, die Palette an Diskriminierungserfahrungen, mit denen Betroffene sich an die Servicestelle wenden, ist breit. Sarah Kattenbeck hat die Aufgabe von ihrem Vorgänger Azzam Al-Ahdal übernommen und versucht, Betroffene zu unterstützen, zwischen Konfliktparteien zu vermitteln und vor allem: zu sensibilisieren. „Häufig ist Diskriminierung gar nicht beabsichtigt – und gleichzeitig ist es ein großes Tabu, diese anzusprechen“, sagt Sarah Kattenbeck. „Unser Ziel ist es, eine Bereitschaft zu schaffen, über Diskriminierungsvorwürfe zu sprechen.“

Gemeinsam mit Jan Meller und Iris Schlautmann von der Integrationsagentur des Roten Kreuzes im Kreis Borken arbeitet sie neben der individuellen Unterstützung am Thema Sensibilisierung. In diesem Rahmen können beispielsweise Workshops und Fortbildungen für verschiedene Zielgruppen organisiert werden, so beispielsweise auch für die Betroffenen selbst. „Wir möchten Menschen mit Diskriminierungserfahrungen stärken und ihnen Informationen und Handlungsmöglichkeiten mit auf den Weg geben, damit sie sich selbstbewusst für ihre Rechte einsetzen können.“

Grundlage, gegen Diskriminierung vorzugehen, ist vor allem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Rechtliche Schritte versteht Sarah Kattenbeck allerdings als letzte Lösung: „Es geht darum, einen Austauschprozess anzustoßen, um aus Diskriminierungsvorwürfen zu lernen und diskriminierende Strukturen zu erkennen. Aber die Servicestelle kann auch bei der Vermittlung von Prozesskostenhilfe oder bei der Suche nach einem geeigneten Anwalt unterstützen“, macht sie deutlich.

Das Angebot ist Teil der Arbeit der Integrationsagenturen in Nordrhein-Westfalen und wird durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Integrationsagenturen setzen sich für Gleichbehandlung ein und unterstützen Betroffene bei Benachteiligungen.

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