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Die Tennisabteilung im Schwimmverein Gronau löst sich zum Jahresende auf

Ein bisschen Wehmut – viele positive Erinnerungen

Gronau

Nach 44 Jahren hat sich die Tennisabteilung im SVG nun aufgelöst. In der Hochphase haben etwa 100 Spielerinnen und Spieler an den Vereinsmeisterschaften teilgenommen, die Abteilung hatte bis zu 300 Mitglieder.

Die „Gründungsväter“ Heinz Schmitz, Manfred Buß, Hajo Plath und Hans-Werner Kottig bei den Planungen für die Anlage. Foto: Tennisabteilung SV Gronau

„Es war einmal . . .“ Wehmut klang am Samstag in vielen Gesprächen auf der Tennisanlage des Schwimmvereins Gronau mit. Denn zum Jahresende löst sich die Abteilung nach 44 Jahren auf.

„Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Passt dieser Spruch?“, fragte sich der Vereinsvorsitzende Wilhelm Nassmacher, als er eingangs des Abschlusstreffens auf die Geschichte des Tennissports im Schwimmverein zurückblickte.

Noch vor dem großen Tennisboom im Jahr 1978 wurde die Tennisabteilung im SVG unter Federführung des damaligen Vorsitzenden Manfred Buss gegründet, berichtete Nassmacher. Ein ideal gelegenes Grundstück konnte vom damaligen Vereinswirt Heinz Gleis gepachtet werden und mit viel Eigenleistung entstanden zunächst zwei, kurz danach zwei weitere Plätze und die Sanitär- und Sozialräume, bevor die Anlage 1983 im Beisein des damaligen Bürgermeisters Gerhard Schultewolter offiziell eingeweiht wurde.

Sie „stürmten“ Mitte der 1990er-Jahre von der Kreisliga über die Bezirksklasse direkt in die Bezirksliga: die Mannschaft der Jungseniorinnen mit Ingrid Buss, Gisela Gschwandler, Elisabeth Niehoff, Resi Hasebrock, Helga Hakenes, Erika Reuter und Annette Jüttner. Foto: Tennisabteilung SV Gronau

Sportlich boomte die Abteilung in den folgenden Jahren. Bis zu sieben Erwachsenen- und drei Jugendmannschaften nahmen an den Wettkämpfen teil und feierten vor allem in den 1990er-Jahren zahlreiche Erfolge. Neben dem Turniersport fanden viele Freundschaftsspiele statt, die vor allem dazu beitrugen, dass die Pflege der Geselligkeit in der Tennisabteilung nie zu kurz kam. An den Vereinsmeisterschaften nahmen zeitweise bis zu 100 Spielerinnen und Spieler teil und in der Hochphase hatte die Abteilung bis zu 300 Mitglieder.

Abebben des Tennisbooms

„Letztlich wurde die Vision von Manfred Buss Wirklichkeit“, resümierte Wilhelm Nassmacher. „Junge Mitglieder aus dem Schwimm- und Wasserballbereich, deren sportliches Interesse sich verlagerte, blieben dem Verein treu.“

Mit dem Abebben des allgemeinen Tennisbooms sank Jahr für Jahr auch die Zahl der aktiven Tennisspielerinnen und -spieler im Schwimm­­verein Gronau, sodass heute nur noch ein harter Kern geblieben ist. Fehlende Hallenplätze wurden im Gespräch als eine mögliche Ursache angesprochen. Und doch rückte der Spruch „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“ immer wieder in den Mittelpunkt der Gespräche. Ganz sicher werden die verbliebenen Aktiven die regelmäßigen Treffen montags und mittwochs auf der Anlage vermissen.

Wilhelm Nassmacher (Mitte) bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei Friedrich Beiner (links) und Rudi Flür (rechts) für die Arbeit bei der „Abwicklung“ der Tennisanlage in den letzten Monaten. Foto: Günter Poggemann

Andererseits erfolgt das Ende der Abteilung nicht ganz freiwillig, da der Pachtvertrag für die Anlage zum Jahresende durch die Familie Gleis gekündigt wurde. So rückten dann beim Betrachten der ausgehängten Bilder und der in aufwendiger Arbeit digitalisierten Filmaufnahmen aus den 1980er-Jahren die positiven Erinnerungen wieder in den Mittelpunkt.

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