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„Rick‘s Vis“ auf der deutsch-niederländischen Grenze

Ein kleiner Schritt trennt zwei Corona-Regelwelten

Gronau

Es hat ein bisschen was von Harry Potter: Die Eingangstür zu „Rick‘s Vis“ ist in Deutschland. Wenn man allerdings zwei Schritte weiter gegangen ist, um vor der Ladentheke zu stehen, ist man schon in den Niederlanden. Genau zwischen Tür und Theke verläuft nämlich die Grenze zwischen den beiden Staaten.

Bernd Schäfer

Rick de Vries an der Stelle, wo die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden durch sein Restaurant verläuft (Bild oben). Während die Sitzplätze im Haus nicht genutzt werden dürfen, darf er den Restaurantbetrieb im Zelt nach deutschen Vorgaben fortführen. Foto: Schäfer

Und damit auch die Grenze zwischen zwei verschiedenen Vorschriften: Aufgrund der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen müssen Restaurants in den Niederlanden seit gut einer Woche geschlossen bleiben. Das gilt auch für den in der Overdinkeler Hoofdstraat angesiedelten Betrieb von Rick de Vries. Entsprechend dürfen die Tische im Haus des Speiselokals nicht genutzt werden.

Rick de Vries

Gleich vor der Tür beginnt aber Deutschland – und dort dürfen Restaurants geöffnet sein, wenn sie die üblichen Corona-Regeln einhalten. Deshalb hat de Vries Stühle und Tische einfach um ein paar Meter verschoben, über die Grenze von der niederländischen auf die deutsche Seite. „Du holst den Fisch in den Niederlanden und isst ihn in Deutschland“, lacht der findige Restaurantbesitzer. Das ist sogar behördlich abgesegnet. „Ich habe vorher beim Amt in Holland angerufen, ob das okay ist, und die haben ja gesagt.“

Ungewöhnliche Situation

Mit den Ämtern ist das bei der Lage sowieso so eine Sache. „Wenn ich am Haus was machen will, muss ich beim niederländischen Amt fragen, wenn ich was am Parkplatz machen will, bei dem in Gronau. Die auf dem Parkplatz aufgestellten Zelte sorgen außerdem dafür, dass die Kunden, die ihren Fisch nicht vor Ort essen sondern nur mitnehmen wollen, auch bei regen und Kälte warm und trocken warten können, bis sie an die Reihe kommen. „Wenn viel los ist, können die Leute in Deutschland warten und wir bringen die Sachen aus Holland rüber“, beschreibt Rick de Vries die ungewöhnliche Situation mit einem Schmunzeln. Die Menschen, die sein Lokal besuchen, fänden die Idee jedenfalls gut. „Die freuen sich, dass es diese Möglichkeit gibt.“

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