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Rote-Bank-Projekt im Rahmen des Jubiläums „20 Jahre Runder Tisch GewAlternativen“

Ein Zeichen gegen häusliche Gewalt

Gronau

Vor allem Frauen werden Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt. Sie werden Opfer, weil sie Frauen sind. Dagegen kämpft der „Runde Tisch GewAlternativen“ seit 20 Jahren – und feiert nun sein Jubiläum.

Markus Schulte von den ZBU, die die Bank von Standort zu Standort transportieren, Erste Beigeordnete Sandra Cichon, Bürgermeister Rainer Doetkotte und Gleichstellungsbeauftragte Edith Brefeld auf bzw. hinter der „Roten Bank“. Foto: Martin Borck

Der Kontrast zum grauen Beton ist augenfällig. Insofern ist das Rathaus ein guter Platz für die „Rote Bank“. Seit Mittwoch steht der knallrote Quader dort für ein paar Wochen. Was er dort soll: Menschen für das Thema geschlechtsspezifische Gewalt sensibilisieren und an die vielen Frauen erinnern, die Opfer von Gewalt geworden sind.

Rote Bank als Symbol

Die Aktion wird im Rahmen des Jubiläums „Runder Tisch GewAlternativen“ durchgeführt. Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken stellen die „Rote Bank“ für einen gewissen Zeitraum auf. Danach wandert die an einen anderen Standort – die Gronauer Bank wird in einigen Wochen vor die Agatha-Kirche in Epe ziehen. Schließlich soll sie an der Dienststelle der Gleichstellungsbeauftragten an der Iltisstraße aufgestellt werden.

Für die Opfer häuslicher Gewalt soll die Aktion ein Symbol der Hoffnung sein. „Hoffnung, dass es nicht so bleiben muss; Hoffnung, dass die Gewalt auch beendet werden kann; Hoffnung, dass es Wege aus der Situation herausgibt“, so die Zusammenfassung der Idee hinter dieser Aktion. Die Bank ist mit den wichtigsten Adressen von Anlaufstellen und Telefonnummern und einem QR-Code versehen.

Wichtige Zusammenarbeit

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gronau ist ebenfalls Mitglied beim „Runden Tisch“. Außerdem besteht in Gronau seit vielen Jahren eine Frauenschutzwohnung, die in Verantwortung des SkF geführt wird. Die Zusammenarbeit mit dieser Einrichtung ist für die Stadt, insbesondere die Gleichstellungsbeauftragte, sehr wichtig und für betroffene Frauen ein großer Gewinn. Somit wird eine zweite Bank vor dem Elisabethhaus an der Laubstiege platziert.

Die Zahl der Vorfälle häuslicher Gewalt hat zwar im vergangenen Jahr abgenommen; Fachleute gehen aber davon aus, dass das lediglich die Zahl der angezeigten Fälle betrifft. Viele betroffene Frauen hatten in der Corona-Krise schlicht keine Möglichkeit, Anzeige zu erstatten. Die gewalttätigen Partner waren wegen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit zuhause oder im Homeoffice.

Zu dieser These passt die Tatsache, dass die größte Zahl der Hilferufe via Elterntelefon oder bei der „Nummer gegen Kummer“ durch Kinder und Jugendliche zu verzeichnen ist.

Viele Fälle häuslicher Gewalt

Laut Statistik der Polizei wurden im Bereich der Polizeiwache Gronau im vergangenen Jahr 174 Fälle von häuslicher Gewalt angezeigt. In rund 70 Prozent der Fälle waren Frauen betroffen, 30 Prozent betrafen Schlägereien von Männern untereinander.

Im Rahmen des Jubiläums sind unter anderem folgende Veranstaltungen geplant:

Online-Vortrag „Istanbul-Kovention“ am 8. September 16 bis 18 Uhr. Referentin ist Karin Heisecke, Sozialwissenschaftlerin

Online-Vortrag „Wenn der Umgang eher schadet: Kindeswohl und Traumafolgen“ am 12. Oktober 16 bis 18 Uhr Referentin Michaela Huber, psychologische Psychotherapeutin

Online-Vortrag „Versorgung von Betroffenen häuslicher Gewalt aus rechtsmedizinischer Sicht unter besonderer Berücksichtigung der besonderen Aspekte der anonymen Spurensicherung“ am 3. November 14.30 bis 16 Uhr.

Infos zu weiteren Veranstaltungen folgen. Anmeldungen nehmen die Gleichstellungsbeauftragten entgegen, in Gronau Edith Brefeld,

 02562 12477, E-Mail e.brefeld@gronau.de

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