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Telefonische Expertensprechstunde zu Zysten und Entzündungen

Endometriose – das „Chamäleon der Gynäkologie“

Gronau

Viele Frauen klagen über regelmäßige starke Schmerzen im Unterbauch – insbesondere Menstruationsschmerz. Ursache dafür ist häufig eine Endometriose, die weitreichende Auswirkungen haben kann. Da sich Symptome und Verlauf unterschiedlich darstellen, sprechen Experten auch vom „Chamäleon der Gynäkologie“. Zu dem Thema bietet das St.-Antonius-Hospital am Mittwoch (9. Juni) eine Telefonsprechstunde an.

Frauke Sonntag, Leitende Abteilungsärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Antonius-Hospital. Foto: Ansgar Höing

Bis zu 15 Prozent der Frauen im fruchtbaren Alter leiden unter der Erkrankung. Bei rund der Hälfte der Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben, kann die oft unentdeckte Erkrankung die Ursache dafür sein. „Viele Frauen halten es für normal, dass sie während ihrer Periode Schmerzen haben,“ erklärt Frauke Sonntag. Sie ist Leitende Abteilungsärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Antonius-Hospital Gronau. „Meist liegt schon ein längerer Leidensweg hinter den betroffenen Frauen, die sich häufig mit ihren Beschwerden alleingelassen fühlen, viele Ärzte verschiedenster Fachrichtungen aufgesucht haben und sich irgendwann damit arrangieren. Dabei stehen uns heute hervorragende Behandlungsmethoden zur Verfügung“, erklärt die Expertin. „Durch laparoskopische Eingriffe kann betroffenes Gewebe gezielt entfernt werden. Doch damit keine neuen Herde entstehen, muss der normale Menstruationszyklus aufgehoben werden“, beschreibt die Gynäkologin die Zusammenhänge. „Das Endometrium blutet während der Periode, kann aber den Körper nicht verlassen. So kommt es zu Entzündungen, die sehr schmerzhaft sein können und sich auf den gesamten Organismus auswirken. „Auch Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Allergie- und Infektionsneigung, bis hin zu psychischen Erkrankungen können von der Endometriose ausgelöst werden“, beschreibt die 46-jährige vierfache Mutter die weitreichenden Auswirkungen des Krankheitsbildes.

„Das Wichtigste ist ein ausführliches Gespräch mit den Patientinnen“, erklärt Frauke Sonntag. „Bedingt durch die derzeitige Corona-Pandemie vermeiden viele Frauen den Gang zum Arzt oder zur Ärztin. Dem möchten wir entgegensteuern und mit der Telefonsprechstunde zumindest einen ersten Dialog anbieten. In einem vertrauensvollen Telefonat können wir als Expertinnen schnell erkennen, welche Indikation vorliegt und Vorschläge für ein Therapiekonzept machen. Liegen Hinweise für eine Endometriose vor, vereinbaren wir einen persönlichen Termin in der Klinik und führen entsprechende Untersuchungen durch. Bei entsprechendem Befund wird eine Bauchspiegelung durchgeführt. Das Ausmaß der Operation hängt von der Lokalisation des Gewebes und der Befundgröße ab. Auch eine zusätzliche Hormonbehandlung kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Je nach Ausprägung der Beschwerden kann auch eine Schmerztherapie oder geeignete komplementäre Behandlung hinzugezogen werden“, wird Sonntag in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Telefonsprechstunde findet statt am Mittwoch (9. Juni) von 16 bis 18 Uhr. Unter

 02562 9152300 werden die Anrufe von den Experten angenommen. Außerhalb dieser Sondersprechstunde können sich betroffene Frauen unter derselben Nummer an die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe wenden. Spezielle Endometriose-Sprechstunden finden montags und dienstags statt.

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