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Auch Deutsche unter den Opfern

Enscheder erinnern an die Opfer der Razzia von 1941

Gronau/Epe/Enschede

Genau 81 Jahre ist es her, dass bei einer großen Razzia in Twente in der Nacht vom 13. auf den 14. September 1941 willkürlich und dennoch systematisch 105 jüdische Männer in Almelo, Borne, Delden, Denekamp, Enschede, Goor, Haaksbergen, Hengelo und Oldenzaal festgenommen und verschleppt wurden. Anschließend wurden die Männer am 16. September des Jahres in einem Gefangenentransport von Enschede nach Mauthausen in Österreich deportiert. Drei Monate später waren alle 105 Männer dort ermordet.

Das Denkmal für die fast 700 ermordeten jüdischen Bürger Enschedes vor der dortigen Synagoge. Foto: Martin Borck

Diese Festnahmen waren somit der „Auftakt“ zur Ermordung der niederländischen Juden, fast ein Jahr bevor die Transporte von Westerbork in die Vernichtungslager begannen.

Vorwand für die Verhaftungen waren vom niederländischen Widerstand durchtrennte Telefonkabel in der Umgebung von Enschede, für die man zur Einschüchterung und als Repressalie „die Juden“ verantwortlich machte. Hier wurde ein Exempel statuiert, wie es im Verlauf der Nazidiktatur an unzähligen anderen Orten wiederholt wurde.

Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“

Mauthausen, das Ziel des Transports, war das größte Konzentrationslager im Reichsgebiet. Mit seinen über 50 Nebenlagern waren dort etwa 200.000 Gefangene aus mehr als 30 Nationen inhaftiert. In den Steinbrüchen von Flossenbürg, Gusen und Mauthausen galt das Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“. Die SS verdiente mit den Arbeitssklaven am Brechen der Granitsteine für die sogenannten Führerbauten zusätzlich.

Seit nunmehr 30 Jahren wird in und an der Synagoge in Enschede an der Prinse­straat 16 jährlich der Opfer gedacht. Vor dem Eingang befindet sich seit dieser Zeit ein von Appie Drielsma gestaltetes Denkmal für die fast 700 ermordeten jüdischen Bürger Enschedes. Bei der Gedenkveranstaltung verlesen Schülerinnen und Schüler der benachbarten Prinseschool die Namen der 105 Opfer, so Rudolf Nacke vom Förderkreis Alte Synagoge Epe. Unter den Namen der 69 Ermordeten aus Enschede sind dann auch die Namen von vier deutschen Juden, die vor der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 dorthin geflüchtet waren. Das sind: Moses van Engel, sein Stolperstein befindet sich in der Neustraße 28 in Gronau. Oskar Weyl und Bernhard Weyl, an die die Stolpersteine in der Pumpenstraße 7 in Gronau erinnern. Auch an Heinz Zilversmit aus Bad Bentheim wird gedacht.

Auch Gronauer unter den Opfern

Seit ein paar Jahren drücken auch Vertreter vom Förderkreis Alte Synagoge Epe am 14. September bei der „Mauthausen herdenking“ ihre Verbundenheit mit den niederländischen Nachbarn aus.

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