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Brooker Schützen

„Es wird einen neuen Wandervogel geben“

Gronau

Sie stehen zusammen: Die Lebenshilfe Gronau und die Brooker Schützenfamilie. Zusammen mit Maria Homölle und Werner Herbst von der Lebenshilfe und dem Ehrenvorsitzenden Alfons Wissing haben sich die Schützen aus dem Stadtwesten jetzt im Vereinslokal „Altes Gasthaus Doetkotte“ getroffen, um Solidarität zu zeigen. Denn kaum eine Woche ist es her, dass der Wandervogel beim Schützenfest der Schützengesellschaft Brook-Spechtholtshook verschwunden ist.

wn

Der Wandervogel der Lebenshilfe wird weiter gesucht. Die Beteiligten hoffen auf die Rückkehr der Sammeldose. Starkes Zeichen: Bei der Gemeinschaftsaktion der Lebenshilfe und der Brooker Schützenfamilie stehen sie trotz des aktuellen Verlusts vom Wandervogel zusammen und werden sich auch in Zukunft gemeinsam für Menschen mit Behinderungen einsetzen. Foto: Reiner Oberhaus

„Wissen wir doch, welcher ideeller Wert dieser Wandervogel für die Lebenshilfe und besonders für Alfons Wissing hat“, so der Brooker Schützenpräsident Rainer Doetkotte. Der Schützenverein unterstützt daher ausdrücklich den Aufruf von Alfons Wissing zur Rückgabe dieser immerhin 45 Jahre alten und besonderen Spardose. „Wir bedauern unendlich, dass das bei uns auf dem Schützenfest passieren konnte“, versucht Doetkotte die Enttäuschung seines Vereins über den Verlust in Worte zu fassen.

Aus den Reihen der Brooker ist schnell deutlich geworden, dass aktiv etwas getan werden muss. Denn der Verein steht zu seiner Verantwortung. So ist Anzeige erstattet worden und die Schützenbrüder und -schwestern haben aktuell noch einmal kräftig für den guten Zweck der Lebenshilfe gesammelt, um den entstandenen Schaden aufzufangen. Schließlich sind Spendengelder abhandengekommen, die für Menschen mit Behinderungen gedacht sind.

Alfons Wissing warb bei dem Treffen noch einmal für die Aktionen der Lebenshilfe: „Es geht nicht um die Höhe der Spenden. Wir sind dankbar, dass wir fester Bestandteil im Schützenwesen sind“, sagte Wissing an die rund 60 anwesenden Brooker gerichtet. „Sie als Verein und wir als Lebenshilfe sind zutiefst betroffen und können es nicht glauben und verstehen, dass es Menschen gibt, die Spendengelder entwenden“, ergänzte Maria Homölle.

Auch sie ruft zur Gemeinsamkeit auf. „Wir wollen gerade jetzt die lebendige Brücke der Solidarität und Toleranz ausbauen, damit alle Menschen am Leben teilhaben können“, so die Vorstandsfrau der Lebenshilfe weiter.

Von den Erlösen werden Ferienfreizeiten finanziert, Sommerfeste gefeiert oder der Wittekindshof in seiner Arbeit unterstützt. Die Lebenshilfe möchte auch in Zukunft mit den Schützenvereinen der Stadt weiterhin gut zusammenarbeiten. Der Brooker Schützenfamilie ist ebenfalls eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe wichtig, auch dafür wurde das Treffen auf die Beine gestellt.

Aus Anlass des Schützenfestes und mit Blick auf den Verlust des Wandervogels haben die Schützen aus allen Kompanien und den Throngesellschaften eine Sammlung für die Lebenshilfe durchgeführt. An die Vertreter der Lebenshilfe wurde der Betrag von 884 Euro am Denkmal der Schützengesellschaft übergeben. Und noch eines haben die Brooker Schützen versprochen: Es wird einen neuen Wandervogel geben.

Wer den verschwundenen Wandervogel wiederfindet, kann diesen bei jedem Vorstandsmitglied der Brooker abgeben, gerne auch ungenannt. Denn alle Beteiligten wünschen sich nur eines: Die Rückgabe der historischen Sammeldose.

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