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Begegnungscafé am 18. Oktober

Flüchtlingskind steht im Mittelpunkt

Gronau

Der Dokumentarfilm „Hajo, een Joodse vluchteling“ steht beim nächsten niederländisch-deutschen Begegnungscafé im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt steht Hajo Meyer, der als 14-Jähriger in die Niederlande flüchtete.

Flüchtete vor den Nazis in die Niederlande: Hajo Meyer. Foto: privat

Das niederländisch-deutsche Begegnungscafé findet am 18. Oktober (Dienstag) von 18.30 bis 20 Uhr in der Stadtbücherei Gronau, Parkstraße 1, statt. Zu Gast ist die Regisseurin des Films „Hajo, een Joodse vluchteling“, Jacqueline de Bruijn. Der Dokumentarfilm handelt von Hajo Meyer, der als 14-Jähriger in die Niederlande flüchtete.

Nach der Kristallnacht im November 1938 kamen etwa 1500 jüdische Kinder per Kindertransport in die Niederlande. Hajo Meyer war eines von ihnen.

Kindertransport

Er wurde als Hans-Joachim Gustav Meyer in Bielefeld geboren. Er flüchtete vor den Nazis in die Niederlande. Im Werkdorf Wieringermeer wurde er zum Maschinenschlosser ausgebildet. Nachdem er als Untergetauchter in seinem Versteck verraten wurde, wurde er nach Auschwitz transportiert. Hajo Meyer überlebte nicht zuletzt dank seines Einsatzes als Maschinenschlosser bei der Wartung der Zugwagons. Seine Eltern wurden im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.

Theresienstadt

Nach dem Krieg promovierte Meyer und wurde Leiter des physikalischen Laboratoriums bei Phillips. Nach seiner Pensionierung war er politisch aktiv, schrieb Bücher und engagierte sich als Vorstandsmitglied der Stiftung „Een Ander Joods Ge­luid”, wo er sich für palästinensische Geflüchtete einsetzte. Am Ende seines Lebens kehrte er an die Orte zurück, an denen er als Flüchtlingskind wohnte und er las noch einmal die Briefe, die er damals an seine Eltern schrieb. Seine Erfahrung als Flüchtlingskind hat große Auswirkung auf sein weiteres Leben gehabt. Die Regisseurin Jacqueline de Bruijn reiste für den Dokumentarfilm mit Hajo Meyer kurz vor dessen Tod 2014 und gemeinsam mit seiner Frau Chris Meyer-Tilanus an markante Orte der Vergangenheit.

Regisseurin

Der Abend wird mit Unterstützung der „Palestina Werkgroep Enschede” organisiert. Die Moderation übernimmt Secil Arda-Schiffel. Die Witwe von Hajo Meyer, Chris Meyer-Tilanus wird ebenfalls anwesend sein.

Der Eintritt beträgt fünf Euro, inklusive Getränk. Schüler und Studenten haben freien Eintritt. Anmeldungen nimmt die Euregio-Volkshochschule unter 02562 12666 oder über vhs-gronau.de entgegen.

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