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Drei Gronauer Jungs trafen sich 1946 in der Schule

Freundschaft hält seit 75 Jahren

Gronau

Die Freundschaft, die drei Gronauer Jungs 1946 schlossen, hält nun schon ein dreiviertel Jahrhundert an. Und nicht nur das. Sie war Keimzelle für weitere Freundschaften.

Martin Borck

Das

Wenn Eheleute 75 Jahre verheiratet sind, feiern sie „Kronjuwelenhochzeit“. Es gibt auch Freundschaften, die so lange halten – und dazu gehören die von drei Gronauern. Im Februar 1946 trafen sich Horst Geveler (genannt Hottek), Horst Goeters (Spitzname: Hacki) und Günter Treptau (der manchmal Egon gerufen wurde) nach der Wiedereröffnung der höheren und mittleren Schulen auf der Schulbank des Gymnasiums.

Schichtunterricht

Horst Geveler erinnert sich, dass es über längere Zeit „Schichtunterricht“ gegeben hat. Günter Treptau und er waren gemeinsam in einer Schicht, „Hacki“ Goeters in einer andern. „Aber außerhalb der Schulzeit verbrachten wir die freie Zeit immer gemeinsam. Zum Glück gab es zu dieser Zeit noch kein Fernsehen. Wir schöpften unsere ,Bildung‘ aus Büchern, wodurch wie sehr belesen wurden.“

Der Schulalltag war 1946 nicht einfach. Es mangelte an all den Dingen, die für Schüler heute selbstverständlich sind. Schulbücher waren knapp, Schulhefte gab es nicht. Füllfederhalter – wenn es sie denn überhaupt gab – blieben im Besitz der Eltern. „Wir mussten mit Stahlfedern und Bleistiften schreiben.“ Hefte stellte man sich selbst her, nutzte dafür jedes Stück Papier, dessen man habhaft werden konnte. Die leeren Rückseiten von Schriftstücken zum Beispiel. Meistens war das Papier für Tinte ungeeignet, so dass die Schrift auslief.

Schulspeisung durch Alliierte

Kleidung und Schulbrote konnten die Eltern nicht beibringen, weil sie so etwas nicht kaufen konnten. Als Kleidung dienten alte Uniformen, die schwarz eingefärbt wurden. Die jüngeren Kinder waren auf die abgelegten Kleider der älteren Geschwister angewiesen. Der Mangel an Essbaren wurde durch die Schulspeisung der Alliierten gemildert. Jeder Schüler brachte dafür eine „umgebaute“ Konservendose mit.

Die unter den damaligen Umständen geschmiedete Freundschaft der drei Gronauer hat bis heute Bestand – nicht nur das: „Sie setzt sich seit langer Zeit auch in unseren Familien fort. Der Kreis hat sich durch Kinder und Enkelkinder vergrößert“, berichtet Horst Geveler. Und: „Die Vitalität der drei ,Jubilare‘ hat gelitten – aber die geistige Frische ist geblieben!“

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