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Heimatverein beklagt Zustand des Eper Bahnhofs

Gäste erschrecken und schaudern

Epe

Der Bahnhof Epe ist in desolatem Zustand. Darauf macht nun erneut der Heimatverein Epe aufmerksam und fordert Politik und die Deutsche Bahn auf, daran etwas zu ändern. Der Vorstoß ist nicht neu.

Der Bahnhof in Epe ist in desolatem Zustand. Foto: Heimatverein Epe

Die Mitglieder des Heimatvereins Epe sind Lokalpatrioten, das ist bekannt. Da verwundert es nicht, dass ihnen der Zustand des Eper Bahnhofs ein Dorn im Auge ist. Mit einem Schreiben haben sie sich deshalb an Bürgermeister Rainer Doetkotte, an die Fraktionen im Gronauer Stadtrat und an die Deutsche Bahn gewandt.

Auch die WN-Redaktion hat das mit einem deutlichen Unterton verfasste Schreiben erhalten. Das steht drin: „Mit dem Neun-Euro-Ticket lässt es sich wunderbar durch die Lande fahren. Ab Bahnhof Epe gelangt man – auch in Begleitung des Fahrrades – in die große weite Welt. In eineinhalb Stunden kann man schon am Bahnhof in Dortmund sein. Umgekehrt kann man mit dem Zug und dem Rad nach Epe kommen. Davon machen gegenwärtig auch viele Touristen Gebrauch. Was sie allerdings am Bahnhof in Epe erblicken, lässt sie erschrecken und schaudern. ‚Dass es sowas in Deutschland noch gibt. Man sieht ja viele Bahnhöfe auf der Strecke – Epe jedoch ist kaum zu überbieten‘, so die Aussage eines Gastes aus dem Ruhrgebiet.

Und in der Tat: Wer sich dann den Bahnhof noch etwas genauer anschaut, erkennt schnell, dass hier ewig nichts mehr auf Vordermann gebracht wurde. Wer gar mit Koffern verreisen will, muss sich auf Ruckeln und unerwünschte Hindernisse einstellen. Und wer geglaubt hat, hier könne man ein Neun-Euro-Ticket erwerben, sieht sich gänzlich getäuscht. Der Bahnhof ist noch nicht in der neuen Zeit angekommen.

Die Fahrradständer am Eper Bahnhof sind zugewuchert. Foto: Heimatverein Epe

Dabei liegen die Beschwerden der Bürger schon lange zurück. Schon 2014, 2016 und 2019 wollten die Stadt und die Bahn für Abhilfe sorgen. Der Heimatverein möchte sich dafür einsetzen, dass sich das Bild des Eper Bahnhofs ziemlich kurzfristig verändert. Es muss doch möglich sein, auch für den Bahnhof Epe die nötigen Mittel zu besorgen.“

Niedergang seit Großbrand

Ein Blick in das WN-Archiv bestätigt die Einschätzung der Heimatfreunde, dass das Thema nicht neu ist. Auch schon vor drei Jahren war zum Beispiel im Sommer der Fahrradständer überwuchert, wie auf Fotos zu sehen ist. Seinen Anfang nahm das Übel wohl mit dem Großbrand bei der Firma Altex 2014, durch den auch das Bahnhofsgebäude stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Seitdem wurden einige Maßnahmen durchgeführt, unter anderem um den Zugang zu dem maroden Bahnhofsgebäude zu versperren. In der Summe bleibt aber der Eindruck, dass der Bahnhof von den zuständigen Stellen aufgegeben wurde. Dementsprechend darf man gespannt sein, was der neue Impuls des Eper Heimatvereins bewirkt. Insbesondere bezüglich der Ankündigung, man wolle „kurzfristig“ eine Verbesserung erreichen.

Aus dem maroden Bahnhofgebäude wachsen Bäume, Kabel hängen herunter, Ziegel und Verkleidung fehlen. Foto: Heimatverein Epe

Zum Abschluss ihres Schreiben haben die Heimatfreunde auch noch den Blick gen Norden gerichtet: „Übrigens haben Eperaner auch vom Gronauer Bahnhof den Eindruck, dass sich hier niemand um Sauberkeit kümmert. Gäste, die uns aus aller Herren Länder besuchen, gewinnen einen schlechten ersten Eindruck von Gronau und Epe.“

Jetzt liegt der Ball also im Feld der Politik und der Deutschen Bahn.

Bürgermeister Rainer Doet­kotte reagierte am Donnerstag auf den Brief des Heimatvereins. „Die Verbesserung des Eper Bahnhofs ist bereits seit Längerem in Planung und wird regelmäßig im Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Klimaschutz thematisiert. Da die Deutsche Bahn für die Sauberkeit, die Pflege des Grundstücks sowie den Zustand im Allgemeinen zuständig ist, stehen wir mit dieser immer wieder im Austausch.“

Darüber hinaus fänden Planungen mit dem Kreis Borken statt. Der Kreis habe gesammelt einen Förderantrag für die Planungen von Mobilitätsstationen im Kreis Borken gestellt – und dieser Förderantrag war erfolgreich. „Aktuell beschäftigen sich deshalb die Stadt Gronau sowie die Nachbarkommunen mit der Ausgestaltung der Mobilitätsstationen, eine davon ist der Eper Bahnhof.“ Genauere Planungen werde die Stadt zu gegebener Zeit kommunizieren. Für eine kurzfristige Verbesserung bezüglich des Unkrautes etc. habe die Stadt noch einmal die Zentralen Bau- und Umweltdienste beauftragt, den städtischen Bereich zu säubern. Jedoch sei die Deutsche Bahn am Bahnsteig selbst bzw. auf dem Gelände für die Sauberkeit verantwortlich. „Auch hierhin werden wir die Information noch einmal weitergeben.“

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