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Altpapier-Erlöse brachen zuletzt stark ein – trotzdem noch kein Verlustgeschäft

Geldquelle sprudelt schwächer

Gronau

Aus Müll Geld machen – diese schöne Vorstellung war Jahre lang Realität. Mehr als 130 Euro gab es im Juli 2017 für eine Tonne Altpapier – so viel, dass sich die Entsorger regelrecht um die Aufträge rissen.Das ist vorbei.

Bernd Schäfer

Die Preise für Altpapier sind deutlich gesunken. Die fehlenden Einnahmen machen andere Müllsorten teurer. Foto:

Mittlerweile ist der Preis auf rund 50 Euro gesunken, in den vergangenen Monaten lag er oft sogar noch darunter. Um die 1,2 Millionen Euro hat die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) nach Abzug aller Unkosten jährlich an die Städte und Gemeinden im Kreis Borken ausgezahlt – für Gronau waren das jeweils rund 45 000 Euro, die in die Verrechnung der Abfallentsorgungskosten einflossen.

„Diese Ausschüttung wird deutlich zurückgehen“, prophezeit EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt. „Das wird sich wohl halbieren.“ Vor allem durch Importbeschränkungen in Asien sei der Preis für Altpapier schon vor Monaten durchgesackt, coronabedingte Probleme beim Transport des Recycling-Rohstoffs hätten den Umsatz zusätzlich verringert. Immerhin: Völlig wertlos war das Altpapier nie, es konnte immer ein, wenn auch kleinerer, Überschuss erzielt werden.

Zuletzt habe der Markt schon wieder leicht angezogen, unter anderem durch die Inbetriebnahme von einer neuen Papiermaschine im brandenburgischen Spremberg. Deren Bedarf sorge dafür, dass sich die Preise auf dem Altpapiermarkt wieder erholen – und damit der Gewinn, den die EGW erzielt. Darüber hinaus habe die Entsorgungsgesellschaft einen guten Vertrag mit dem Dualen System abschließen können, freut sich Kleyboldt: Das werde durch ein „relevantes Mitnutzungsentgelt“ einen Teil der Kosten für die blauen Papiertonnen übernehmen.

Dennoch, für das laufende Haushaltsjahr müssen sich die Kommunen auf weniger Einnahmen einstellen. Ob sie die durch höhere Gebühren wieder bei ihren Bürgern hereinholen, ist ihnen selbst überlassen.

Außerdem hänge es von den jeweils individuell mit den Entsorgungsunternehmen abgeschlossenen Verträgen ab, sagt der EGW-Geschäftsführer. Für Gronau kann Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick die Bürger beruhigen: „Da wird sich nicht viel ändern“, lässt er Pressesprecherin Gabi Könemann ausrichten.

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